BERND GIESEKING

Live: „Finne dein Glück“ in der La Cappella am 8. Mai 2022

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Bernd Gieseking ist Journalist, Autor und Kabarettist. An diesem Abend berichtete er von seinen Finnlandreisen. Ebenso berichtete er von Norddeutschland und seinen Eltern. Er fuhr nämlich mit seinen über 70ig jährigen Eltern zum ersten Mal nach Finnland. Bernd Gieseking erzählte sehr liebevoll von seinen Eltern und von Finnland. Er reiste kürzlich bereits das 13 mal nach Finnland. Er erlebte vieles und konnte es mit viel Humor erzählen. Dazwischen las er auch Episoden aus einem seiner Finnland Bücher. Er erzählte finnische Witze und auch finnische Sprichwörter. Der Abend war sowohl witzig, wie auch interessant und sehr unterhaltsam mit Niveau.

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MATTO KÄMPF

Live: „Am Apparat“ in der La Cappella am 5. April 2022

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Das war ein Abend mit intelligentem, höherem Blödsinn und einer riesen Suppenkelle Humor. Ein Abend zum dasitzen und sich gut zu unterhalten ohne allzuviel zu studieren. Matto Kämpf machte es einem einfach, z.B. bei den Dias. Er zeigt ein Haus und sagte das sei sein Zuhause aussen, dann sieht man Leute innen und er sagte innen. So einfach präsentiert er seine alten Dias und dies wirklich mit einem Diaprojektor. Seine Telefonsketche waren sehr skurill und lustig. Seine Lieder ohne Musik und seine Musik ohne Lieder waren verblüffend. Beides kriege er nicht zusammen. Der Opener, zeigte genau den Tiefgang des Programms, wenn er alle die Menschen mit fremdländischen Namen begrüsst und fragt, wer fährt den Bus, wer liest die Tomaten ab, wer macht den Tomatensalat, wer serviert den Tomatensalat und dann singt er dieses Land ist dein Land und nicht mein Land. War der Abend doch nicht so einfach? Meinte er vieles ernst? Hoffen wir es doch oder nehmen es ernst, trotzdem war es ein guter und lustiger Abend.

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MICHAEL HATZIUS

Live: „Echsoterik“ in der La Cappella am 6. März 2022

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Der Berliner Michael Hatzius trat zuerst als Clown in einer vollbesetzten la Cappella auf. Das war eher peinlich und Tiere (Puppen) verboten ihm das, auch zaubern solle er nicht, was er trotzdem kurz tat. Dann kamen zwei Schweine zum Einsatz, welche sich über Befindlichkeiten unterhielten und sie lebten mit allen Haken und Ösen. Endlich trat die Echse auf und es wurde echsoterisch.

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Die Echse bot sich dem Publikum als Heiler und Guru an. Sie erklärte die Erschaffung der Welt, erklärte schweizerdeutsche Worte, welche ihr das Publikum zurufen musste. Sie suchte dann jemandem vom Publikum um sich in ein anderes Lebewesen hineinzuversetzen, dieser Teil gelang schlecht, da die Frau aus dem Publikum ungeeignet war und Michael Hatzius, obwohl er frech war, sehr nett zu dieser Frau war. Immer wieder befragte er das Publikum und gab oft sehr freche Kommentare über ihre Herkunft ab. Dann zeigte er immer wieder Filme von einer Esoterik Openair Veranstaltung, wo er als Echse auftrat. Diese Filmsequenzen waren sehr lustig, da echt. Im zweiten Teil startete eine Zecke und sie erklärte viel aus dem Leben, sie traf dann mit einem Dromedar und einem Märchenprinzen zusammen.

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Die Echse legte Tarot und fand eine sehr intelligente Frau um ihr die Karten zu legen und ihre Fragen zu beantworten. Er holte sehr viel aus dieser Frau heraus und sie spielte sehr gut mit und gab schlaue Antworten um nicht peinlich dazustehen. Eine grossartige Leistung von Beiden war das. Michael Hatzius machte immer wieder schlaue Aussagen wie: „Frauen stammen von den Vögeln ab, haben ein schönes Federkleid, schlanke Beine und neigen zum Nestbau. Männer stammen vom Fisch ab, glotzen dumm, sagen nichts und wenn sie etwas sagen, sind es nur Luftblasen“. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend.

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FAMIGLIA DIMITRI

Live: „Der Zauber geht weiter“ in der La Cappella am 4. März 2022

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Unter der Regie von Masha Dimitri und Familie standen Nina Dimitri, Silvana Gargiulo und Samuel Müller (Ninas Sohn) zu dritt auf der Bühne, bzw machten sie sich zwischenzeitlich auch streitig. Silvana Gargulio in der Rolle als Komikerin und Zirkusartistin verjagte Samuel Müller als Musiker und Körperartist. Nina Dimitri als Sängerin verjagte dann ihrerseits Silvana Gargiulo. Sie schafften es aber immer wieder zu Dritt auf der Bühne zu stehen. Das Programm kam sozusagen ohne Worte aus, war sehr poetisch, witzig und dazwischen auch ein bisschen deftiger, so kam die Poesie dann wieder besser zum Tragen. Alle Drei zeigten grosses Können in ihrem Fach und im Komödiantentum. Sehr faszinierend war das Piano, welches Silvana Gargiulo so richtig ärgerte und am Schluss mit ihr flirtete bis sie wieder spielte. Das waren höchst amüsante 75 Minuten ohne Pause und sie gingen sehr rasch vorüber. Die Famiglia Dimitri verstand es, den Zauber von Dimitri weiter zu tragen.

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SI JAMAIS

Live: „Kriminell“ in der La Cappella am 3. Februar 2022

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Das Musik Comedy Trio, bestehend aus drei Frauen, spielte ein Stück zwischen Comedy und Melodrama, welches vor allem durch die Musik glänzte. Die drei Frauen, welche vorher ein Musiktrio waren, trafen sich im Gefängnis wieder, aus unterschiedlichen Gründen. Die Geschichte zeigte, wie sie versuchten aus dem Gefängnis zu kommen. Ob es gelang, muss man selber schauen gehen. Mehr zur Geschichte will ich hier nicht verraten. Die Geschichte ist unterhaltend und witzig gemacht aber ohne Tiefgang. Wahrscheinlich brauchten Si Jamais die Geschichte als roten Faden für ihre Musik. An den Instrumenten sind die drei Frauen hervorragend, Piano, Klarinette und Bassklarinette und auch der Kontrabass werden mit viel Können gespielt und man hört und merkt, dass hier Profis am musizieren sind. Die eigenen Lieder sind textlich etwas schwach, die bestehenden Songs, auch die etwas umgetexteten sind da einiges besser und die musikalische Umsetzung ein Genuss. Si Jamais sorgten auf jeden Fall für einen gemütlichen und amüsanten Abend.

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BÄNZ FRIEDLI

Live: „S isch kompliziert“ in der La Cappella am 26. Januar 2022

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Der Untertitel dieses Programms lautete „Bänz Friedli schafft Unordnung“ und so war es. In seinem fünften abendfüllenden Programm stand er wiederum alleine auf der fast leeren Bühne, einzig ein bequemer Sessel, ein Tischchen mit einem Buch und einem Kännchen Tee mit Teetasse standen noch da. Bänz Friedli erklärte gleich von Anfang „Bänz Friedli hat die Gruppe verlassen“, da er weder zu den Einen noch zu den Anderen gehören will und erklärte das am Beispiel vom Sport, von der Ernährung, von Corona und einigen Beispielen mehr. Ja es ist kompliziert sagte er mehrmals an diesem Abend. Er fokussierte sein Programm immer wieder auf Fragen und Themen die in Bern aktuell sind, wie das Kehrrichttrennsystem und dass die Container dann dort stehen wo heute die Velos stehen. Wo stehen die Velos dann? Er verglich die Jugendsprache von vor ein paar Jahren mit der von heute. So bewegte er sich von einem Thema zum anderen, vom Kleinen zum Grossen und zurück. Es war lustig und alles wahr und so blieb einem doch da und dort das Lachen im Hals stecken. „Krieg gibt es nur wegen Religionen oder wegen Erdöl“. Ein fiktives aber wahrscheinlich realitätsnahes Protokoll von der Bundesratssitzung vom 19. Januar war sehr lustig und endete mit der Aussage, dass dank keinem Entscheid des Bundesrates wir heute Abend im Theater sitzen können. Er stellte auch Fragen: „Lässt sich der Pizzakurier nach Feierabend eine Pizza kommen?“; „hast du schon einmal einer Floristin Blumen geschenkt?“. Paradoxien zeigte er auf. „Paradox ist wenn eine Umweltaktivistin ihr Handy auf Flugmodus stellt. Paradox ist auch wenn es Katzen hagelt und an jeder Strassenlaterne ein Plakat klebt mit einer vermissten Katze.“ Dazwischen las er aus seinem neuen Buch vor, verglich Fussball von Männern mit Fussball von Frauen und auch sonst fielen ihm immer wieder Vergleiche der Geschlechter ein. Was die Schweiz angeht und was nicht kam bei seinen Erklärungen über die Emirate und wo die Emire in der Schweiz bereits Besitztümer haben sehr deutlich zum Ausdruck. Sehr eindrücklich waren die kurzen Episoden, welche er von seinem Vater erzählte und sein Verhältnis zu ihm. Es waren wahre Worte. Tolle zwei Stunden, intensiv, lustig, nachdenklich von einem der besten Kabarettisten im Lande.

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DER BUNDESORDNER

Live von und mit Les Trois Suisses, Jess Jochimsen, Nils Althaus, Laurin Buser, Kathrin Bosshard, Lisa Christ, Anet Corti und Rebekka Lindauer im Theater National Bern am 25. Januar 2022

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Diesmal blickte der Bundesordner, ein satirischer Jahresrückblick gleich auf zwei Jahre zurück. Die Musiker*innen, Kabarettist*innen und Bühnenkünstler*innen boten eine grossartige Show. Teils waren sie alleine auf der Bühne, teils machten sie eine Nummer zusammen. Bereits der Start war genial, man sah alle Teilnehmenden in einer Videokonferenz. Jess Jochimsen stellte Überlegungen zu Corona und den sozialen Kontakten an. Les Trois Suisses spielten immer wieder in ihrem Zelt, wie das im Sommer ja so üblich war und nahmen oft bekannte Melodien mit neuen Mundarttexten. Lisa Christ hielt ein positives Referat über die tollen Möglichkeiten der Frauen heute nach 50 Jahre Frauenstimmrecht. Nils Althaus versuchte nicht schadenfreudig zu sein und Laurin Buser überlegte was er letztes Jahr gemacht hat. Rebekka Lindauer führte ins Zürcher Kunsthaus und erklärte den Bau und die Bührle Sammlung und Anet Corti glänzte als Viola Amherd welche über die Anschaffung von weiblicher Unterwäsche für die Armee informierte, der Vergleich mit den Flugzeugen wurde schnell offensichtlich, gekauft hat die Armee das Modell FA 35A. Es gab soviele gute Szenen und Texte, dass sie hier kaum aufzuzählen sind. Die Katze, gespielt von Kathrin Bosshard verliebte sich im Quarantäne Hotel in einen Kater und sang und spielte „Déshabillez-moi“ von Juliette Gréco.

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Die Wölfe hatten ebenfalls eine Zoomsitzung um zu beraten was sie gegen den Mensch machen könnten. Fragen wurden gestellt wie: Können Kampfjets Viren bekämpfen; oder hat das griechische Alphabet genügend Buchstaben. Herr Koch im Video oder Alain Berset konnten die Fragen nicht beantworten. Es war eine einzigartige Show und beste, bissige satirische Unterhaltung.

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REETO VON GUNTEN

Live: „2050“ im La Cappella am 12. Januar 2022

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Reeto von Gunten fand im Laufe seines Lebens heraus, dass es auch Vorteile hat, wenn man gewisse Sachen sofort erledigt, wie die Steuererklärung oder einiges sogar vorher erledigt. So hat er seine Tagebücher ab dem Jahr 2050 bereits geschrieben, sie handeln von der Zeit im Altersheim. Somit wurde dieser Abend ein Leseabend, wo er seine Tagebücher vorlas. Er erschuf ein paar Figuren als die sogenannte Gang im Altersheim und natürlich Direktor, Koch und weitere Personen. Die ganzen Geschichten waren sehr witzig und man durfte lachen an diesem Abend, aber eigentlich spiegelten sie die Problematik in den Heimen heute sehr genau. Die Gang hat hinten auf ihren Jacken den Namen „The hell is not hard enough for me“, sagt eigentlich schon viel. Aussagen in einem Streit, wo ein alter Mann sagt „Wissen Sie wie es ist den ganzen Tag dem Tod in die Augen zu sehen“ oder der Dialog zwischen Heimleitung und einem aus der Gang „Sie sind nicht zum Vergnügen hier“, „Stimmt“. So geht es pausenlos. Namen für das Altersheimkafi werden gesucht und die Gang macht treffende Vorschläge. Einer der Gang lacht sich buchstäblich tot. Viele lustige Streiche werden erzählt, vor dem Coiffeurgeschäft oder im Verkehrskreisel, was im Radio eine Verkehrsmeldung wegen Menschen auf der Fahrbahn auslöst. Dazwischen zeigte er kunstvolle Fotografien, welche direkt nichts mit der Geschichte zu tun hatten, mit etwas philosophischen Texten, welche beim Nachdenken den Zusammenhang sichtbar machten. Reeto von Gunten gehört mit diesem Programm zu den Besten der Schweizer Kabarettszene.

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DIE ROTE ZORA

Live: Theater – Musical im Winterzauber Thun am 2. Januar 2022 um 18 Uhr.

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Der Verein Winterzauber hat, mit einem Jahr Verspätung, aus bekannten Gründen, die Rote Zora als Theater Musical inszeniert und im Winterzauberzelt gespielt. Die Laienschauspieler*innen, bestehend aus Kindern, Jugendlichen, jüngeren und älteren Erwachsenen zeigten eine grossartige Leistung. Gerade diese Vorstellung war nicht gut besucht und es war sehr schwer vor einem kleinen Publikum zu spielen, erklärten mir nachher die Jugendlichen. Ein sehr schönes und eindrückliches Bühnenbild mit Meeresufer (echtes Wasser) und Ruderboot, Häuser und Gassen, verschiebbar und es erschien das Gefängnis oder die Burg.

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Es spielte eine vierköpfige Band, live im Hintergrund, und die Darsteller*innen sangen Solo oder im Chor dazu. Das Stück von Kurt Held wurde für diese Version bearbeitet und in Mundart übertragen. Alle Texte und Lieder wurden unverstärkt dargeboten und man verstand die Worte gut, bis zuhinterst im Zelt.

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Die Geschichte wurde spannend aufgebaut, hatte politische und wirtschaftliche Aussagen und wurde nie kitschig.

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Das Licht war schlicht, aber effektiv und immer am richtigen Ort. Alle Beteiligten boten eine Höchstleistung und wer es bis jetzt verpasst hat, kann sich diese tolle Produktion noch bis zum 8. Januar 2022 anschauen gehen, Tickets sind noch erhältlich. Mehr Infos unter http://www.winterzauberthun.ch

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SCHLUSS DAMIT! Eine satirische Jahresdiagnose

Mit Lisa Catena, Elisabeth Hart, Matthias Kunz und Rhaban Straumann

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Die Oltener Kabarett-Tage präsentierten mit den vier Kabarettist*innen einen Jahresrückblick mit Biss und Witz. Die vier Künstler*innen traten in den verschiedensten Formationen auf. Sie spielten verschiedenste Szenen, welche dann später wieder aufgenommen wurden. So war eine Talkshow zu sehen, welche sehr der Arena glich, dann die beiden alten Männer von Strohmann-Kauz, eine Geschichte in zwei Akten von zwei Paaren, eines in Deutschland und eines in der Schweiz, oder das Personalgespräch mit dem Jahr 2021. Aber auch Einzelnummern und Solonummern und Geschichten wurden erzählt. Selbstverständlich fehlte auch der Freiheitstrychler nicht. Die Nummern waren abwechslungsreich, hatten Niveau und Inhalt und boten eine gute Unterhaltung. Viele Fragen wurden thematisiert von der Pandemie, der Impfung, Klimawandel, CO2 Initiative, Containerschiffe im Suezkanal, Ehe für alle, der verregnete Sommer und noch viel mehr. Die vier Künstler*innen boten eine 90minütige Schlag auf Schlag Abrechung mit dem Jahr 2021, auf eine gute, kabarettistische Art mit Niveau.

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