BASLER MARIONETTEN THEATER

Källerstraich Premiere am 14. Februar 2020

Bild Fredi Hallauer

Dies war die Premiere der 7. Ausgabe der etwas anderen Vorfasnachtveranstaltung im Basler Marionetten Theater. Es war eine bunte Mischung von Marionetten, Puppen und Menschen auf der Bühne zu sehen. Eine Pfiffergruppe, ein Tambour und mehrere Schnitzelbänggler waren zu hören. Die „Antikeerper“ traf man bereits zur Begrüssung und dann im Weinkeller wo sie die Verse schmiedeten bis zum letzten Auftritt des Abends beim Singen ihrer pointierten Schnitzelbängge mit Helge und dräie zeige. Die Szene im Weinkeller war zu langfädig und wenig lustig. Das war der einzige Schwachpunkt bis gegen Schluss der ziemlich missglückte Auftritt der HitPirate, welche ihre Texte nicht konnten. Nun zum Guten und das waren noch zwei Stunden. Die Pfyffergruppe Ego-Säu brillierte und jubilierten mit ihren Piccolos. Mit dabei war auch eine Uraufführung eines neuen Marsches.

Bild Fredi Hallauer

Speziell poetisch wurde es wenn Marionetten mit den Pfyffer gleichzeitig auf der Bühne waren.

Bild Fredi Hallauer

Das alte Ehepaar (Puppen) in der Loge lockerten immer wieder etwas auf. Neben verschiedenen Rahmestiggli gab es fünf Schnitzelbänggler zu sehen, nämlich Dreydaagsfliege, Giftspritzi, die Unerheerte, d Lumpesammler (vo Zwinge) und dr Schyynhailig. Die Bängge hatten einen guten Jahrgang und alle Bängg hatten ein paar sehr gute Treffer.

Bild Fredi Hallauer

Ein Höhepunkt an Können und Poesie war das Trommelduo von Andy Borer und einer Marionette in einer Mischung von live getrommelt und aufgenommen und das im Wechselspiel.

Bild Fredi Hallauer

Die lebensgrosse Puppe von Herbert Grönemeier sang ein Lied von einem Deutschen am Strassenrand beim Cortege, sehr gut gemacht und auch humorvoll. Ein Running Gag war die Puppe von Greta Thunberg, welche immer wieder erschien, wenn von Fliegen, Kreuzfahrt, Autofahren gesprochen wurde, so dass die Protagonisten den Text sofort änderten. Der ganze Abend war gespickt mit Poesie und Humor der feinen Art. Das war eine wundervolle Vorfasnacht.

Bild Fredi Hallauer

Fredi Hallauer

SZENENSPRÜNGE am 8. Dezember 2019

Bild Fredi Hallauer

Aus Anlass des Jubiläums des Basler Marionetten Theaters schufen sie diese Reise durch die Welt der Figuren und Stücke. Nicole Rutschmann trug aus 69 Stücken 24 spielbare Szenen zusammen. 53 Figuren teilten sich 54 Rollen. Es gab also schon von den Figuren viel zu sehen mit den verschiedensten Arten von Puppen. Marionetten von klein über mittel zu gross und auch Handpuppen bis Menschengrösse.

Bild Fredi Hallauer

Gesprochen wurde Deutsch und Baseldytsch. Mit einer Ausnahme wurden überall die Originalaufnahmen eingesetzt. Die Geschichte oder vielleicht besser gesagt, der rote Faden bildete Hanswurst.

Bild Basler Marionetten Theater

Er beginnt bei Faust und findet ein mysteriöses Buch. Daraus rezitiert er einen Spruch und wurde so immer in andere Szenen versetzt. Er beobachtete die Szenen und kommentierte sie am Schluss kurz. Wie kam er wieder aus Allem heraus? Das sei hier nicht verraten. In seinen Szenensprüngen begegnete er Urmel, Kalif Storgg, dem Ofen aus dr chlyne Häx, dem kleinen Prinz, den Figuren aus der Dreigroschenoper, aus Tryptichon, zwei Schnitzelbänggler und vielen mehr.

Bild Fredi Hallauer

Das Ganze war eine sehr gelungene Sache, die Übergänge zwischen den Szenen gelungen. Die Abwechslung war auch inhaltlich gross, schon sprachlich, dann wurde gesungen und getanzt und herumgestanden, Ernsthaftes wechselte mit Witzigem. Zwei Stunden lang bewegte man sich in einer anderen Welt und das genossen Alle, wie den Stimmen am Schluss zu entnehmen war.

Fredi Hallauer

„In einem Schloss in Schottland“ am 17. November 2019

Dem Stück liegt ein Bilderbuch mit einer Geschichte von Franz Hohler zugrunde. Die Figuren wurden ziemlich genau nach den Bildern gebaut. Leider ist das Bilderbuch vergriffen.

Bild Fredi Hallauer

An einem kalten und nassen Sonntagnachmittag, nein nicht in Schottland, in Basel war das Basler Marionetten Theater ausverkauft. Mit einer sehr sympathischen Ansage wurde die Kinder nach Schottland geführt und das Stück begann. Sofort wurde klar hier wurde mit grosser Leidenschaft und viel Liebe zum Detail gespielt. Nicht nur die Figuren waren beeindruckend, sondern auch die Requisiten. Die Liebe fürs Detail geht soweit, dass auf der Etikette der Weinflaschen im Schlosskeller das Portrait von Franz Hohler prangt. Die Figuren wurden sehr schön geführt. Das Licht verdient ebenfalls viel Lob für das schöne und nicht übertriebene Beleuchten. Gesprochen wird meistens ein herrliches Baseldytsch.

Nun kurz zur Geschichte. In einem Schloss in Schottland waren die Schlossgespenster alt und etwas müde. Sie wollten dass ihre Tochter Sophie das geistern übernehmen soll. Doch das junge Gespenst war nich schrecklich genug und wurde belacht. So wurde es zu einem sehr schrecklichen Gespenst in ein anderes Schloss geschickt. Diesem nahm sie die Angst und das Gespenstern hatte sozusagen ein Ende. Ein wunderschönes liebevolles Stück. Mit Kindern ab 6 Jahren aber auch für Erwachsene lohnt es sich dieses Stück anzusehen.

Bild Fredi Hallauer

Im Zytglogge Verlag ist eine CD erschienen mit de Stimmen aus dem Marionettenthater. Hier die Besprechung

Fredi Hallauer