CAROLINE BUNGEROTH

Live: „Mutausbruch“ in der La Cappella am 7. Februar 2026

Caroline Bungeroth zog nach 25 Jahren Berlin nach Bern. Sie erzählte und sang von der vermeintlich einfachen Sache, denn man muss nur das li wegnehmen, spricht die gleiche Sprache und ist zwar nicht mehr in Europa. Aber trotzdem brauchte es Mutausbrüche, denn die Berlinerin und der Schweizer sagen etwas grundsätzlich Gegensätzliches und meinen das Gleiche. Sie spielte Klavier zwischen Boogie und Romantik, sang und rappte dazu. Immer wieder machte sie Perspektivenwechsel, erzählte von der alten Frau oben im Dachstock in Berlin und bot beste Unterhaltung. Mal war sie ganz lieb und dann platzte die Berliner Schnauze aus ihr heraus. Caroline Bungeroth setzte sich auch mit dem Wort Krieg auseinander, vorwiegend mit den Wörtern, welche nicht direkt mit Krieg zu tun haben. Ich krieg ein Brot, ich krieg ein Kind, Kinderkriegen, Applaus kriegen, einen Kuss kriegen und viele mehr. Sie fand heraus, dass wir in der Schweizer Mundart nur ein Wort haben: Kriegstetten. Immer wieder kam der Satz: „Ich atme ein und raste noch nicht aus“. So hatte sie manchen Mutausbruch, um dem Schlimmen auf der Welt und in ihrem Umfeld zu begegnen. Themen wie Muttersein, Gendern, AfD und die Schweizer Eigenarten gehörten ebenso in das Programm. Sie trat als Kollegin als Königin der Nacht auf und sang die Arie von Mozart mit einem neuen Text. Am Schluss nahm sie noch das Langnauerli und spielte, sang Mundart und jodelte sogar, auch zusammen mit dem Publikum. Caroline Bungeroth überzeugte vom Anfang bis zum Schluss mit ihren Texten, dem Klavierspiel, dem Gesang und mit ihrer lebendigen Art. Die La Cappella war ausverkauft, also kann sie in Bern kein Geheimtipp mehr sein. Man muss Caroline Bungeroth einfach gesehen haben.

Fredi Hallauer

URSUS & NADESCHKIN

Live: „Prspktvnwchsl“ im La Poste, Visp am 14. Januar 2026

Bild Kathrin Hallauer

Zuerst einen Hinweis. Ich bin nicht wirr im Kopf, das Programm hiess genau so, wie es geschrieben ist.

Vor dem Programm verlas eine Mitarbeiterin einen Text von Ursus & Nadeschkin betreffend Crans-Montana. Sie hätten überlegt, die Vorstellung abzusagen, sich aber entschieden, allen Menschen zwei Stunden Freude zu schenken, das sei ihr Beruf. Sie spendeten die Hälfte der Einnahmen für die Opfer von Crans-Montana.

Bild Kathrin Hallauer

Nun kamen sie auf die Bühne, durch eine Tür, das ging nicht, weil sie verschlossen war. Endlich fanden sie den Schlüssel und konnten beginnen. Jetzt tat das Licht blöd. Als alles in Ordnung war, kam eine längere Vorstellungsperiode und die Diskussion, wer anfängt. Schon da gab es verschiedene Perspektivenwechsel. Später hörte Nadeschkin auf und ging ins Publikum, redete aber immer hinein. Sie ging zurück auf die Bühne als Oeil Extérieur.

Bild Kathrin Hallauer

So ging es immer weiter mit viel Sprachwitz. Running Gags, Tanz, eine Hulahoppring-Nummer, Messerwerfen und vieles mehr.

Bild Kathrin Hallauer

Nadeschkin wollte in das Duo zurück, schaffte aber das Casting nicht und übernahm dann die Rolle von Ursus, er die von Nadeschkin, der letzte Perspektivenwechsel. Ein sehr witziges und rasantes Programm, nachdem es den etwas zähen Start überwunden hatte. Ursus und Nadeschkin nahmen sich auch selbst auf die Schippe, behandelten aber auch Themen wie Diversität. Grosseltern sein und verteilten ein paar politische Seitenhiebe. Ein gelungenes Programm und beste Unterhaltung mit Niveau.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

REETO VON GUNTEN

Live: „2052 – weiter vorgesorgt“ im Casino Theater Burgdorf am 2. Januar 2026

Bild Kathrin Hallauer

Reeto von Gunten hat weiter vorgesorgt, das bedeutet, er hat seine Tagebücher weiter vorgeschrieben, sodass er sie dann im Altersheim nicht mehr schreiben muss. Dieses Programm ist sozusagen die zweite Staffel. Ein Teil der Figuren kannte man noch von der 1. Staffel, andere kamen neu dazu, und die Regierung, die Leitung, wechselt so oft wie die Bewohner:innen. Die Geschichten wurden dreister, die Ideen und Handlungen, abgedrehter, verrückter und schräger. Es wurde gestorben, drögelet, das nicht nette Personal und die Regierung veräppelt. Reto von Gunten hatte sichtlich selbst Spass an seiner Erzählung und an seinen so schrägen Ideen. Er machte manchmal auch Bezug auf Künstlerkollegen wie Nik Hartmann, der in einem noblen Altersheim lebt, und Büne Huber, der an einem anderen Ort ist. Als Auflockerung gedacht, waren projizierte Bilder und von einer Frau gesprochene Texte zu den Gegenständen. Der Zusammenhang wurde nicht ganz klar. Dies war ein lustiger und sehr unterhaltender Abend.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

BALLET REVOLUCIÓN

Live: Theater 11 Zürich am 30. Dezember 2025

Bild Johan Persson

Die Tanzsensation aus Kuba bestand aus 19 Tänzer:innen und sechs Live Musiker:innen. Bleiben wir bei der Musik, welche so vielseitig war wie der ganze Abend. Den Anfang machten Latinstücke und eine Eigenkomposition, dann folgten Songs von Adele über Billie Eilish bis zu Lady Gaga. Der zweite Teil begann mit zwei Eigenkompositionen im klassischen Stil, ging dann über Ed Sheeran, Usher und James Brown zu Prinz. Das sind nur ein paar wenige Namen der 25 Songs. Die dreizehn Tänzer und sechs Tänzerinnen tanzten in grossen Gruppen, kleinen Gruppen, zu viert, zu dritt, zu zweit oder solo. Die Männer hatten nicht nur zahlenmässig etwas zu sagen, sie hatten auch tänzerisch viel zu zeigen. Die Bewegungen aller waren sehr präzise und synchron. Manchmal hatte man das Gefühl, dass jeder Körperteil für sich tanzt, genauer gesagt mit dem gleichen Körperteil der Nachbar:innen zusammen.

Bild Niklaus Stauss

Choreografien und tänzerische Leistungen waren grossartig. Da war Energie dabei, aber auch Elegie, u.a. bei zwei Tänzen der Frauen. Die Gruppe tanzte das Programm mit viel Ausdruckskraft und Ausstrahlung durch, ohne Showmätzchen. Die Band brillierte ebenfalls als Ganzes und als Solist:innen. Genial war auch das Lichtkonzept. Da wurde einfach gezeigt, was man sehen sollte, mal waren es einzelne Tänzer:innen, dann die Band, alles zusammen oder nur die Tänzer:innen. Ein grossartiger Abend, unbeschreiblich, man muss es erlebt haben.

Bild Niklaus Stauss

Fredi und Kathrin Hallauer

SI JAMAIS UND LOUDEMILLA

Live: „Die Silvester-Crasherinnen“ im La Cappella am 28. Dezember 2025

Bild Kathrin Hallauer

Dieses Programm war eine Idee von Christoph Hoigné aus der La Cappella. Vermutlich war der Titel ein Arbeitstitel bis zum Druck des Programms. Nun stimmte er gar nicht mehr. Er selbst kündigte eine grosse Band an, welche sonst nur in grossen Städten spielt. Doch bald kam eine Conférencière auf die Bühne und verkündete, dass die Band Verspätung habe. Es meldete sich dann eine Frau, die schon lange mal auf die Bühne wollte, und sie füllte die Lücke mit Zaubertricks, mit Magie. Es war LouDeMilla.

Bild Kathrin Hallauer

Diese Tricks oder Illusionen waren sehr verblüffend und von mir noch nie gesehen. Sie hatte dann offenbar keine Ideen mehr und die Ansagerin fand dann ihre frühere Bandkollegin von siJamais im Publikum und sie spielten und sangen mit Kontrabass und Klavier.

Bild Kathrin Hallauer

Später kam eine Frau auf die Bühne getorkelt, welche dann merkte, dass sie bei ihren früheren Kolleginnen gelandet war, und sie spielten zu dritt. Bekamen dann aber wieder Streit und LouDeMilla übernahm die Bühne wieder.

Bild Kathrin Hallauer

Vor der Pause spielten dann siJamais nochmals. Nach der Pause kamen dann endlich die Kessen Cousins, also als Männer verkleidete SiJamais.

Bild Kathrin Hallauer

Die spielten ein paar Songs und führten sich rüpelhaft auf der Bühne auf und verschwanden wieder. LouDeMilla übernahm noch mal und zum Schluss standen siJamais mit LouDeMilla auf der Bühne. Die Illusionen von LouDeMilla waren grossartig und verblüffend, sie präsentierte ihre Show sehr gekonnt. Si Jamais beherrschten ihre Musik ebenfalls wie immer. Die Geschichte war etwas übertrieben und nicht überall ganz wasserdicht, aber das störte eigentlich nicht, wenn man sie als roten Faden durch das Programm betrachtete. Schauspielerisch fiel Mia Schultz positiv auf. Sie spielte ihre Rollen mit einer grossen Leidenschaft, genau wie sie die Klarinette spielte. Ein gelungener Abend, eine Art Varieté mit starken Künstlerinnen.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

FAMIGLIA DIMITRI

Live: „Sorelle Forelle“ in der La Cappella am 10. Dezember 2025

Bild Kathrin Hallauer

Masha und Nina Dimitri zusammen mit der langjährigen Familienfreundin Silvana Gargiulo stellten zu Ehren von Dimitri. Das Programm war ein Cabaret wie aus den frühen Jahren mit viel Clownerie, Musik, und witziger Unterhaltung. Nina Dimitri war eine Art Weissclown, Silvana Gargiulo eine Art Hardy von Laurel und Hardy und Masha Dimitri ein schweigsamer Vagabund, welcher etwas an Charlie Chaplin erinnerte.

Bild Kathrin Hallauer

Die ersten zwei führten ein Programm auf mit Musik und Liedern, mit einer schönen Frau und mit einer starken Frau, als Vagabund mit einem Liegestuhl auf die Bühne stolperte. Langsam fügte er sich in die Truppe ein und spielte viele Instrumente, auch ein schwieriges Stück mit den Glocken.

Bild Kathrin Hallauer

Am Schluss verkündeten die ersten zwei, er solle zurückkommen und sie seien nun ein Trio. Das war ein lustiger Abend, man konnte lachen, staunen und das grosse Können der drei geniessen.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

BÉJART BALLET LAUSANNE

Live: „Ballet for Life“ im Theater 11, Zürich, am 7. November 2025

Bild Gregory Batardon

Es war eine grossartige Vorstellung, und obwohl sie 105 Minuten dauerte ohne Pause, war es immer fesselnd. Es startete mit einem Urknall und dann kamen die Tänzer:innen unter weissen Tüchern hervor. Das Leben begann zu Musik von Queen. Die rund dreissig Tanzenden tanzten in Diagonalen, Reihen und Kreisen, aber immer wieder durchbrochen. Queens: „It could be heaven for everyone“ erklang und die Choreografie wurde himmlisch. Hochzeit wurde dargestellt zu „Born to love“. Plötzlich wechselte die Musik zu Mozarts Figaro und die Kleider wurden in Pastelltönen farbiger. Wieder Wechsel zu Queen. Öfter wurde Queen von Livekonzerten eingespielt, darunter ein langes Gitarrensolo von Brian May.

Gregory Batardon

Dann wurde die grosse Frage gestellt: Man sagte, macht Liebe und nicht Krieg. Wir machten Liebe, aber warum haben wir nun Krieg? Es folgte eine lebensfrohe Choreo mit Badekleidern und vom Charleston inspirierte Bewegungen. Dann Mozart und ein Solopart des Solisten, ein feierlicher Teil. „Radio Gaga“ von Queen folgte und das Leben sprudelte. Es folgten auch Teile mit Tod und Abschied, aber das Leben kehrte schnell zurück. Natürlich fehlten auch „Mama“ und „Bohemian Rhapsody“ nicht. Der Solist tanzte ein Solo zum Gedenken an den grossen Solisten des Ensembles, Jorge Donn, welcher wie Freddie Mercury an AIDS starb. Darauf „The show must go on“ und nach einer Zeit verschwanden die Tänzer:innen hinter und unter ihren Tüchern. Ein grosses Bild von Maurice Béjart wurde hereingerollt und die Tanzenden nahmen Abschied von ihm. Wir schreiben es noch einmal, es war einzigartig und grossartig.

Bild Gregory Batardon

Fredi und Kathrin Hallauer

JESS JOCHIMSEN

Live „Von allen guten Geistern“ in der La Cappella am 2. November 2025

Bild Kathrin Hallauer

Der deutsche Kleinkünstler startete mit dem Satz: „Es ist immer aufregend in der Schweiz zu spielen, wie immer wenn man ausserhalb Europa ist“. Er fragte sich: Sind wir von allen guten Geistern verlassen? Wieso von allen und nicht nur von einzelnen? Dieser Frage ging er an diesem Abend nach. «Wo sind die guten Geister?», war die Perspektive. Wenn man den Männern das Autofahren verbieten würde, gäbe das mehr Sicherheit. Mit solchen und vielen anderen Facts unterhielt er das Publikum. Er sang auch Stanzl, das sind Spottverse über politisches Personal. Um die Geister zu suchen, spielte er auf dem Glockenspiel Ghostbusters und das Publikum machte mit. Er erzählte viel aus dem Alltag, das aber sehr komisch ist, wenn man genau hinhört. Der Pfarrer sagt, sie dürfen die Braut jetzt küssen. Die Braut antwortet: Das entscheide immer noch ich. Ein Volltreffer. Nach ein paar witzigen Dias gab es eine Pause. Nach der Pause kam zuerst ein Teil, damit er sich nicht aufregte, nämlich ein grooviges Gitarrenstück. Er nahm dann die Menstruation zum Thema fragte sich, wieso man Geringverdiener und nicht Schlechtbezahler sagt. Mit vielen Wortspielen mit Facts zu jenen Themen und immer wieder auch auf die Schweiz bezogen, sprach Jess Jochimsen an dem Abend an. Eigentlich ein kunterbuntes Programm, und doch hatte es einen Faden, und man konnte dem Faden gut folgen. Beste Unterhaltung mit Blödsinn und Sinn und dem Schlusssatz: „Ein schönes Leben ist die beste Rache“.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

DIE EXFREUNDINNEN

Live: Premiere von „Fast im Kino“ in der La Cappella am 31. Oktober 2025

Bild Kathrin Hallauer

Die Exfreundinnen sind wieder unterwegs und feierten die Premiere ihres neuen Programms in der La Cappella in Bern. Das Programm begann mit der Oscarverleihung an die Exfreundinnen, stellte sich aber als Traum heraus. Der Film entstand eben noch nicht. Der Produzent setzte sich mit den drei Millionen auf die Bahamas ab. Nun suchen die vier Superheldinnen Geld. Im Publikum hatte niemand drei Millionen übrig. Also wollten sie mit dem SRF zusammen spannen und Sendeformate wie die Rundsau oder die Beautysendung „Mini Bei, dini Bei“ kreieren.

Bild Kathrin Hallauer

SRF lehnte wegen Geldmangels ab. So ging dann die Geldsuche weiter. Natürlich wurde viel gesungen und musiziert. Am Piano war Sonja Füchslin und an der Perkussion Christoph Gautschi. Die Lieder waren teils Pop‑Hits mit anderen Texten in Mundart und teils Originalsongs. Da gab eine der Freundinnen mal einen Stepptanz zum Besten und der Perkussionist bot eine Bodypercussion Show. Nach der Pause erklärten sie, dass Frauen in Hollywood mehr übernehmen sollten, da sie auch gut sind. Titanic wurde rezitiert, mit Eisberg und Überraschung. «Spiel mir das Lied vom Tod» und weitere Hollywoodfilme versuchten sie.

Bild Kathrin Hallauer

Alles klappte nicht. Dann begannen sie Lotto zu spielen und spielen immer noch. Am Schluss verloren sie in der Handlung ganz leicht den Faden, oder man kann auch sagen, es wurde etwas chaotisch. Es wurde ein grosser Aufwand betrieben mit Kostümen und Requisiten und dabei viele verblüffende Effekgte erzielt.Die ganze Show war eine Art Revue, schrill, schräg und wild. Was Anikó Donáth, Isabelle Flachsmann und Martina Lory zusammen mit ihren Musiker:innen boten, gehört weiterhin zum Besten, was in dieser Art in der Schweiz zu sehen ist. Ganz zum Schluss erhielten sie alle einen Oscar, von Christoph Hoigné, dem Leiter des la Cappella, persönlich überreicht. Der Traum wurde wahr.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

REMO ZUMSTEIN

Live: Premiere „Fun Fact“ in der La Cappella 30. Oktober 2025

Bild Kathrin Hallauer

Remo Zumstein, bekannt aus der Slam-Poetry-Szene hat nun sein erstes abendfüllendes Soloprogramm beieinander und feierte die Premiere in einer sehr gut gefüllten La Cappella. Er erzählte, dass dieses Programm lange Zeit nicht geschrieben, nicht gelernt und nicht aufgeführt wurde, aber darüber später. Er begann bei seiner Geburt und seinem fiktiven Kollegen Chrigi und dessen Mutter und Vater und seiner eigenen Familie. Seine Geschichte hatte sicher viel Wahrheit, wenn auch künstlerisch etwas überspitzt, Chrigi und seine Mutter Monika waren die Gegenspieler:innen. Da ging es um Duplomagie statt Diplomatie oder aufgetürmte Legos statt aufgeblasene Egos. Neben dieser Lebensgeschichte von 1988 bis heute erklärte er immer wieder unsere Mundart, manchmal auch nur das Berndeutsch. Da startete er mit dem Diminutiv. Also vieles kann man verkleinern und einiges muss man verkleinern. Beispiele: Sonja isst einen Biber, ruft den Tierschutz auf den Plan, richtig ist Sonja isst ein Biberli. Das Gleiche mit Wienerli und vielen weiteren Worten. Auch sonst spielte Remo Zumstein genial mit den Worten und verdrehte Volksweisheiten wie „Es ist nie zu spät, den Kopf aus der Windel zu ziehen“, oder „Hilf dir Senf, dann hilft dir Golf“. So ging es eigentlich fast neunzig Minuten lang, mit der Lebensgeschichte dazwischen. Verrückte Ideen, wie die schwachen Verben stärken, also nur noch starke Verben, hatte er auch. Lehrreiches erfuhr man ebenso, nämlich, dass das Wort kiffen aus dem Arabischen kommt und etwa so viel bedeutet wie Wohlbefinden. Am Schluss wurde er noch besinnlich mit seiner Lebensgeschichte und da kam dann heraus, was ihn aus der Lethargie riss und darum dieses Programm entstand. Das war ein genialer Abend, ein Spitzenprogramm von einem Künstler, den man unbedingt auf dem Radar behalten muss.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer