Live: „Rumeiern“ in der La Cappella am 4. Juni 2026
Nessie Tausendschön trat zusammen mit ihrem Gitarristen William Mackenzie auf die Bühne. Die deutsche Kabarettistin hat eine wahnsinnige Stimme und eine scharfe und spitze Zunge. Sie war sehr politisch auf die Welt und Deutschland bezogen, und dabei nahm sie kein Blatt vor den Mund. „Trump sei zerebral einfach eingerichtet“, oder „er wasche seine Haare mit Eigenurin und die Dämpfe davon richten den Schaden an“. Sie erzählte viel mit bissigem Humor, und Selbstironie, und man konnte wirklich lachen. Der Unterschied zwischen einem Komiker und einer Kabarettistin ist: Der Komiker tritt wegen dem Geld auf, und die Kabarettistin wegen des Geldes. Viele Wortwitze, politische Ereignisse und andere Absurditäten prasselten so auf das Publikum ein, und man musste sehr präsent sein, um einem grossen Teil folgen zu können. Nessie Tausendschön sang immer wieder Lieder dazwischen. Sie begleitete sich manchmal mit der singenden Säge und William Mackenzie begleitete sie mit Gitarren, Fussdrums (elektronisch), Loopgerät. Er war ein Komödiant für sich, zeigte auch einige Pseudo-Zaubertricks als Intermezzo. Die Männer bekamen ihr Fett weg, mit Aussagen wie: „Männer sind nicht lustig, Frauen benötigen den Humor, um die Männer zu ertragen“, oder „den Männern fehlt die Stutenbissigkeit und die Hinterfotzigkeit“. Einiges in diesem Programm entstand in der Pandemie, so Lieder aus dem Zyklus „Grüsse aus der Irrelevanz“ oder die Spatengitarre, welche William Mackenzie aus einem Bauhaus Spaten gebaut hat. Nessie Tausendschön zeigte ihr ganzes gesangliches Können, indem sie jazzte, und sang wie Max Raabe oder Nina Hagen. Einen Ausdruckstanz legte sie auch noch auf die Bretter, der war sehr komisch. Als letzte Zugabe sang sie das Lied der Schlange Kaa aus dem Dschungelbuch, um wieder etwas herunterzukommen. Das war ein sehr intensiver Abend.
Fredi Hallauer


































