PEDRO LENZ & MAX LÄSSER

„Mittelland“ in der La Cappella am 7.September 2020

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Pedro Lenz, der Schriftsteller und Max Lässer der Gitarrist betraten die Bühne. Max Lässer brachte seine Gitarre zum klingen und nickte dann Pedro Lenz zu, welcher begann eine Geschichte zu lesen. So verlief der Abend. Max Lässer spielte die verschiedensten Gitarren und benutzte noch eine Loopstation dazu, während Pedro Lenz die verschiedensten Geschichten las, welche allesamt in der Schweiz handelten, wahrscheinlich im Mittelland. Am Anfang war es etwas viel, die schönen Gitarrenklänge und die Texte gleichzeitig zu hören. Mir passierte es ein paar Mal, dass ich plötzlich merkte, dass ich den Gitarrenklängen nachhing und gar nicht mehr weiss was gelesen wurde, und umgekehrt natürlich. Die Geschichten waren wirklich Alltag, einfach etwas anders beleuchtet. Pedro Lenz verstand es mit den Worten zu spielen, so zeigte er auf wie wir Punkte sammeln, früher waren es Mondo Punkte heute sind es Cumulus- oder Superpunkte.Früher standen in den Haushalten überall die gleichen Bücher, heute die gleichen Pfannen. Max Lässer war etwas nervös und nicht top vorbereitet, er fing mehrmals falsch an, setzte die Geräte nicht richtig ein oder drückte die falschen Knöpfe. OK, sechs Monate trat er nicht mehr auf, aber da wäre ja Zeit gewesen ….. .Die Geschichten und die Musik waren sehr schön und passten gut zusammen, wenn man sich daran gewöhnt hatte, wie man hinhören muss. Es war ein gelungener Abend.

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Fredi Hallauer

NACHT DER LIEDER

Casino Bern am 5. September 2020

Reto Zeller der Organisator dieser Liedernacht, eröffnete den Reigen mit einem Berner Chanson aus seiner Schmiede.

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Der Moderator Christoph Simon präsentierte die KünstlerInnen und moderierte mit tollen schrägen Texten.

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Les Trois Suisses spielten von ihren Lieblingsliedern mit vielen Instrumenten umd kleinen humoristischen Einlagen. Passend zur aktuellen Situation war sicher „Je ne peux pas travailler“.

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Frölein Da Capo sang Liebeslieder mit ihren Instrumenten und der Loopstation. Sie handelten von Vögeln oder Menschen und Pony (2Takt Motor, Ferrarirot und sandgestrahlt.

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Dann betraten Christian Riesen und Christian Käser die Bühne. Der erste spielte Klavier, der zweite stegreifte. Er befragte Personen aus dem Publikum und baute aus den Antworten Geschichten zusammen, machte Lieder dazu. Christian Riesen hatte immer die richtige Melodie zur Hand. Was die beiden boten war Spitzenklasse und noch nie so erlebt.

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Markus Schönholzer trat mit einem Papiersack über dem Kopf auf, als erweiterte Maske. Nach einem Lied zog er sie aber aus. So kam natürlich auch seine ausgeprägte Mimik beim Singen zur Geltung. Seine Lieder drehten sich um Alltagssituationen und die hat er sehr gut beobachtet.

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Nach der Pause traten alle KünstlerInnen noch zweimal auf. Reto Zeller erzählte von der Fussball WM in Spanien, mit kausalem Zusammenhang zu einem Erdrutsch im Wallis, viele Jahre später.

Markus Schönholzer sang Lieder und dahinter standen abstruse Ideen.

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Les Trois Suisses sangen sich weiter durch ihr tolles Repertoire und Frölein Da Capo, sang das Mani Matter Lied „si hei dr Wilhelm Tell ufgführt“ in der Version von Willisau, wo Frauen das Stück aufführten. Das „Burebüebli“ verwandelte sie in einen Blues. Da waren klare Statements für die Frauen vorhanden. Christian Käser und Christian Riesen fuhren mit ihrer angefangenen Geschichte weiter. In der Pause konnte das Publikum Worte auf ein Blatt schreiben. Aus den 22 Worten machte er eine vierminuten Geschichte. Christoph Simon erzählte aus dem Alltag eines Schriftstellers und Krimiautors bei dem ein Krimi über Einzeller herauskam und einer der Einzeller hatte ein gebrochenes Genick. Markus Schönholzer sang ein Lied über Hautfarbe. Es ging am Anfang um den hautfarbenen Caran d‘ Ache Farbstift, aber am Schluss um Hautfarbe.

Das Gebotene war von allen KünstlerInnen grandios. Christoph Simon formulierte es so: „Das war so ein toller Abend, dass sich zehn Tage Quarantäne längst lohnen.

Es war ein vielfältiger, witziger, unterhaltsamer Abend mit Nonsens und Tiefgang.

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MASSIMO ROCCHI

„Carte Blanche“ im Wohnzimmer Auftritt Bierhübeli Bern am 17. Juli 2020

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Massimo Rocchi trst mit Maske und zwei Einkaufstaschen voll WC Papier auf die Bühne. Als er die Maske abnahm freute er sich dass Publikum da war. Alles sei anders, sonst sei die Maske vor dem Auftritt und wie so er so viel WC Papier gekauft hat, weiss er auch nicht “ es passiert eifach. Im Laufe des Abends erzählte er von Italien und seiner Kindheit, vom Studium in Frankreich und von der Schweiz. Von Basel, das bekannt für seine Fasnacht war, vom Berndeutsch das nicht von Herzen sondern vom Magen kommt. Viele Seitenhiebe auf die Politikern mit blonden Frisuren oder Männer aus der Schweiz die wie Neandertaler gehen. Dazwischen verblüffte und begeisterte er als Pantomime in den Rollen als Soldat, Dirigent und Baritonsänger oder als Torhüter Oliver Kahn. Zum Schluss mimte er dss Kamel Trump und nahm noch die TV Sendung Meteo auf die Schippe. Es war ein sehr unterhaltender Abend mit Witz und Niveau.

Als Kamel Trump Bild Fredi Hallauer

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PHOENIX AUS DER ASCHE 5

mit Renato Kaiser, Judith Bach und Kilian Ziegler, Moderation Christoph Simon, Piano Samuel Blattert am 6. Juli 2020 in der La Cappella

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Christoph Simon pilotierte wieder stilsicher aus der Asche der Nahkunst und Samuel Blatter unterstütze ihn am Piano. Am Anfang stellte Christoph Simon viele Fragen die wir uns alle auch schon gestellt haben und einem Teil ausgewichen sind. Witzige, satirische und böse Kurzanleitungen zum Alltag folgten.

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Renato Kaiser las einen neuen Text zum Thema Yoga mit vielen gesellschaftsrelevanten Seitenhieben und Volltreffern. Eine Aussage war, Yoga schadet der Wirtschaft und ist die Einstiegsdroge für Frühpensionierungen.

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Judith Bach, als Claire stand nach vier Monaten wieder auf der Bühne. Sie begeisterte mit halbwahrer Biografie, ihrem Klavierspiel, Gesang und Entertainement.

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Kilian Ziegler der Slam Poet aus Trimbach. Er philosophierte übers Älter werden und kam zur Erkenntnis, dass er schin älter ist, denn er schafft es das Abstimmungscouvert zu öffnen ohne es zu zerreissen. Judith Bach bot dann einen Breakdance, einen Pausentanz.

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Nach der Pause sang Samuel Blatter sein Lied, und rappte dann zusammen mit Kilian Ziegler.

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Der übernahm gleich das Mikrophon, las aus seinem Buch, sang mit Samuel Blatter das Lied vom Busfahrer und philosophierte über Vieles. Seine Aussage, beim Rassissmus sind die Weissen nicht die Hellsten, sass.

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Judith Bach sang mit Maske und erklärte, dass es diesen Sommer statt Fuss- Maskenball gäbe. Sie fragte sich auch, ob Lachen ansteckend sei. Renato Kaiser las einen neuen Text, sehr genau untersuchte er Worte wie Sexualtäter, Liebe machen und „Grüsel“. Er kam zum Schluss, dass ein Sexualtäter kein Liebestäter idt, sondern ein Verbrecher, denn ein Einbrecher ist ja auch kein Besuchstäter. Christoph Simon fasste am Schluss wieder genial zusammen.

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So fand die geniale Phönix Reihe leider ein Ende. Es waren die Highlights der letzten fünf Wochen und schade daran ist, dass sie nicht mehr sind. Herzliche Gratulation allen Beteiligten für den Aufwand in den unsicheren Zeiten.

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PHOENIX AUS DER ASCHE 4

mit Lisa Catena, The Piglettes und Nina Wägli pilotiert von Christoph Simon und dem Pianisten Samuel Blatter am 29. Juni 2020 im La Cappella

Der Phoenix startete wieder aus der Asche.

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Christoph Simon machte bereits textlich einen sehr starken Anfang in dem er erzählte wie es den Gegenständen im Haushalt so geht. Das beinhaltete den Stöckelschuh, die Badeente, das Walholz oder den Zeitungsständer, welcher sich fragte was er im leben gemacht hat, ja etwas mit Medien. Er begrüsste dann das Publikum im Moulin Rouge der Jura Ostseite und auch gleich Lisa Catena.

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Lisa Catena erzählte vom Berner Oberland, vor allem der Sprache bzw. ausdrucksweise und sang ein Lied davon. Sie präsentierte dann gesammelte statistische Zahlen zu Haustieren, welche Realsatire waren.

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The Piglettes übernahmen die Bühne und sangen ihren Titelsong, wobei das Schweinchen am Klavier nicht einverstanden war mit dem Namen. Sie stritten sich etwas herum, stimmten aber bald Lieder an bei welchen die drei Stimmen wundervoll zusammen klangen. In diesem ersten Teil kamen sie natürlich auch auf die Menstruation zu sprechen bzw. zu singen und da hiess es: „Surfe auf der Welle und lass das Tampon quellen“. Die Lieder waren gute kabarettistische und sehr schön arrangierte Lieder.

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Vor der Pause verhedderte sich noch Nina Wägli, eine Newcomerin, welche den Start als Kabarettistin in den Lockdown gerutscht ist. Sie erzählte von der Entscheidungsschwäche und den Schwierigkeiten bei Entscheidungen auf eine recht witzige Art und Weise und auch politisch. Nach der pause sangen The Piglettes ein Lied über die Männerwahl und darauf kam wiederum Nina Wägli auf die Bühne und fuhr mit diesem Thema weiter. Die Piglettes brillierten mit weiteren Liedern und Lisa Catena erzählte was sie im Lockdown vermisste und wie das heutzutage mit Freundesrunden ist gegenüber früher. Heiraten und Kinderkriegen und Essen waren Themen die sie ziemlich spitz angepackt hat. In ihrem letzten Lied besang sie den Auszug aus dem Berner Oberland nach Bern. Am Schluss trat wiederum Christoph Simon auf die Bühne mit einer Zusammenfassung des Abends, welche sich gewaschen hatte. Auch die kurzen Interviews mit den Künstlerinnen im zweiten Teil waren sehr treffend. Phoenix aus der Asche 4 war ein grossartiger Abend mit Künstlerinnen, welche man teilweise noch nicht kannte, die man aber auf dem Radar behalten muss.

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PHOENIX AUS DER ASCHE 3

Christoph Simon und Samuel Blatter führten durchs Programm mit Lorenz Keiser, Stefanie Grob und Karpi in der La Cappella am 22.Juni 2020

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Der dritte Abend der Reihe startete wie gehabt mit einem Text von Christoph Simon zum Joggen im Wald und Schrittzähler, und dass er nicht weiss, ob das Publikum neben den Abstandsregeln auch die Anstandsregeln noch kennt. Samuel Blatter begleitete am Piano und Synthie und brachte mit einer nicht abgemachten Frage, den Piloten Christoph Simon kurz ins trudeln.

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Lorenz Keiser wurde angesagt und betrat die Bühne mit sehr treffenden Sätzen wie: „Die Natur erholt sich seit Trauffer und Gölä nicht mehr auftreten“ oder „Bei der Entwicklung von Corona gab es bald mehr Experten als Corona Erkrankte“. So ging es weiter, Daniel Koch wurde zur personifizierten Seuche und auch die Verschwörungstheorie bestätigte er, denn Bill Gates, China und die Pharmaindustrie erfanden Donald Trump. Lorenz Keiser war so treffsicher mit seinen Sätzen, dass einem das lachen manchmal im Hals steckenblieb.

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Stefanie Grob die Spoken Word Autorin machte ihren ersten Teil Corona frei, sie las aus verschiedenen Mundarttexten un das gab in 10 Minuten einen Abriss über das Leben.

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Karpi, ja der vom Fernsehen stand als Stand Up Comedian auf der Bühne. manchmal noch etwas auf unsicheren Beinen und man hatte das Gefühl dass er immer wieder den Teleprompter suchte. Er erzählte was er bei Corona alles gelernt hat, z.B. dass man beim Hände waschen happy Birthday singen soll. Ein Kurs im Tierstimmen machen gab er ebenfalls. Nach der Pause sang Samuel Blatter sein Liebeslied an den Steingarten. Karpi sang ein Liebeslied auf Bern, da er seit 10 Jahren in Zürich lebt. er nannte Bern die Stadt in der sich Fuchs und Hess Gute nacht sagen. Stefanie Grob las neue Texte zu Corona und Home Schooling. Lorenz Keiser legte dann noch ein bisschen mit Bitterbösem nach, „Die Schweizer Demokratie ist ein Wiederkäuersystem“ aber vorher spielte er eine demokratische Version des Rütlischwurs. Aber auch an die Zukunft dachte er, denn er nannte die Schweizer besessen von der Vorsorge, also für das Altersheim und er interpretierte einen alten Satz neu, der lautete nun: „Reich ins Heim“. Es war ein gelungener Abend mit Satire, Comedie und Texten. Die KünstlerInnen brachten aber Christoph Simon, bei seinen Interviews ziemlich ins straucheln und stottern. Irgendwie fiel diesmal seine Zusammenfassung auch nicht so genial aus wie an den vorherigen Abenden. Aber offenbar war es schwer sich als Berner gegen eine Zürcher und zwei nach Zürich Ausgewanderte zu behaupten. Der guten Stimmung des gehaltvollen Abends tat das aber keinen Abbruch.

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PHOENIX AUS DER ASCHE 2

Sibylle und Michael Birkenmeier, Frölein Da Capo und Sunil Mann, Christoph Simon Moderation und Samuel Blatter am Flügel in der La Cappella am 15. Juni 2020

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Der zweite Abend unter dem Titel „Phoenix aus der Asche“ wurde wiederum von Christoph Simon moderiert, welcher die Gäste auch einlud. Er moderierte mit viel Witz und Schalk und ganz nahe am Alltag. Der Pianist Samuel Blatter führte musikalisch durch den Abend. Nach der Einstimmung von Christoph Simon übernahmen Sibylle und Michael Birkenmeier die Bühne.

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Sie enterten sie mit Gehhilfen, Kopfhörern und Sonnenbrillen. Sie erzählten wie man sich verhalten muss, was das Virus alles mit einem machen könnte, alles richtig real. Dann deckten sie auf, dass dies eine Nummer aus ihrem neuesten Programm war, welches sie vor dem Lockdown gespielt hatten, die Realität hatte die Satire eingeholt.

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war als nächste daran, sie las einen Text aus einem ihrer Büchlein in welchem sie schrieb, dass es auch schon grosse Katastrophen gab, nämlich verregnete Sommer mit nur einem Sommertag an dem alle auf Reisen waren auch der Bundesrat und überall alles aus dem Ruder lief. Darauf sang sie zur Gitarre ein Lied, unterstützt vom Pianisten Samuel Blatter. Das Lied war schon bestens bekannt und Frölein Da Capo enttäuschte, dass sie nur auf Bestehendes zugriff. Die Birkenmeiers machten das mit wirklicher Satire und Wortspielereien wett. „Wir wurden alle etwas dick, weil wir aus einer Dickdatur kommen“, oder „der Virus macht dass das Geld nach ganz, ganz, ganz oben fliesst“.

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Der Autor Sunil Mann liest auf Mundart seine Geschichte „Teddybär“ vor. Nach der Pause sang Samuel Blatter zwei eigene Mundartlieder, darauf las Sunil Mann eine Geschichte vor, welche noch unveröffentlicht ist. Sibylle und Michael Birkenmeier spielten verschiedene Nummern, aus dem Kinderheim, oder eine Predigt über die unsichtbare Macht und unsichtbare Hand. Es war eine bitterböse Satire. Die beiden boten echtes Kabarett mit Texten, Chansons und tollen Szenen.

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Frölein Da Capo schloss den Abend ab mit zwei Liedern und einem Gedicht. Bei dieser 2. Ausgabe von Phoenix aus der Asche brillierten Sibylle und Michael Birkenmeier, Frölein Da Capo machte sich es etwas einfach und ja ein Autor der liest einfach, da gibt es nicht viel dazu zu sagen.

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PHOENIX AUS DER ASCHE

mit Christoph Simon, Bänz Friedli, Uta Köbernick, Philipp Galizia und Samuel Blatter in der La Cappella am 9. Juni 2020

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Es gab wieder Kultur in der La Cappella. Christoph Hoigné eröffnete den ersten Abend des Zykluses „Phoenix aus der Asche“ in der frisch gestrichenen La Cappella in Bern.

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Christoph Simon pilotierte durch den Abend mit kurzen eigenen kabarettistischen Teilen und Interviews der Gäste in Bezug auf die Corona Zeit. Er erzählte vom Programm mit den Kindern im Lockdown. Zum Essen gab es zum Beispiel Fischli Fisch (lies Fischstäbli) und nacher im Fernsehen einen Film wo grosse Fischli Fische Leute in die Beine beissen (lies Der weisse Hai). Am Flügel wurde er von Samuel Blatter untermalt.

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Dann trat Bänz Friedli auf die Bühne und wurde gleich tagesaktuell. Zuerst überprüfte er, ob die Abstände im Publikum korrekt waren mit einer gewissen (ungerechtfertigten) Skepsis. Er schilderte wie es im Bundesrat zugegangen sein könnte während dem Lockdown und lobte diese Zeit, als ausser dem Bundesrat die Politiker geschwiegen haben.

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Darauf folgte Uta Köbernick mit der Gitarre und offenbar kalten Fingern, aber auch sonst war sie am Anfang nicht ganz präsent. Vom ersten Lied an, war sie wieder da. Sie sang alte, sehr alte und sehr neue Lieder. Höhepunkt war das Lied zu Liebe und Corona, mit dem Satz „zum Teil wurde die Liebe weggesperrt wie die Hamsterkäufe“. „Irgendwie Irgendwann“ zeigte ihr Wortspiel und Sprachwitz sehr schön auf.

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Philipp Galizia philosophierte zusammen mit seinem Kontrabass über den Anfang und den Schluss. er erzählte eine schöne Schöpfungsgeschichte, welche in etwa so lautete: Nach dem Urknall gab es noch nicht viel. irgendwann gab es eine Eiszeit und Affen, welche kalt hatten. einer setzte sich in eine Höhle und später kam noch ein anderer Affe. Zuerst sassen sie weit weg, dann immer näher und erzählten sich Geschichten. Die Geschichten wurden immer wilder und dann begannen sie zu lügen, seit dann heissen die Affen, Menschen.

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Nach der Pause sang der Pianist Samuel Blatter ein Lied und es ging sofort weiter. Philipp Galizia bot einen Ausschnitt aus dem Programm „Totengräber“. Uta Köbernick war wieder mit ein paar Liedern am Start und Bänz Friedli nahm sich den Fussball, die WM und die Fifa vor.

Es war ein wundervoller Abend, Balsam für die Seele und selten kann man sich an einem Abend drei Gewinner des Kleinkunstpreises Salzburger Stier geniessen.

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MÜSLÜM

Live: „Müsteriüm“ in der La Cappella am 17. Februar 2020

Müslüm der Kabarettist und Sänger mit türkischen Wurzeln hat für sein neues Programm nochmal die Spielart gewechselt und kann nun zu den Comedian gezählt werden, welche zwischendurch mal ein Lied singen. Müslüm trat zusammen mit Raphael Jakob an der Gitarre auf. der Gitarrist begleitete die Lieder aber sein grosses Können zeigte er beim unaufdringlichen untermalen des ganzen Abends. Er führte durch das Müsteriüm Leben und der Liebe und des Menschseins mit der Blickrichtung auf die Ausländer bzw aus der Sicht der Ausländer. Das ganze Programm war ein bisschen ein Müsteriüm, den es war auch eine Irrfahrt oder eine Dramatürkische Odysee wie er es nannte. Der rote Faden war nicht immer klar erkennbar, einfach das Thema des sich selber sein und der Liebe war ihm sehr wichtig und das predigte er manchmal als türkischer Jesus, ein ausdruck den er brauchte, denn irgendjemand muss es ja sagen. Er hatte witzige Ideen wie: Kinder sollten lachend auf die Welt kommen, dann würde das die Welt verändern. Seine Gedankensprünge waren manchmal etwas seltsam und manchmal philosophierte er zu lange ohne voranzukommen. Die Fussballspieler der Schweizer Nationalmannschaft waren schon immer sein Lieblingsthema und die bekamen auch hier ihr Fett weg. Witzig war die Idee, dass Shakiri doch als skispringer gehen soll und den Doppeladler machen, dann fliegt er. er hatte auch viele Wortspiele dabei, aber manchmal doch etwas wenig Wortwitz, denn Millionär – Visonär – ordinär, reimt aber mehr nicht. Seine Sprüche unter der Gürtellinie brachte ein Teil des Publikums zum Lachen, aber diese lacher braucht er eigentlich nicht. Die Lieder waren OK, „Beat It“ wurde zu „kei Billet“ oder aus „La Bamba“ machte er eine neue Version von „Bambala“. Müslüm hat noch viel Luft nach oben und das Programm könnte er noch verdichten, so war irgendwo im zweiten Teil die Luft draussen.

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BUNDESORDNER 2019

Live im Theater National Bern am 24. Januar 2020, organisiert von La Cappella

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Den Jahresrückblick Bundesordner gibt es seit 2008, in Bern seit 2016. Dieses Jahr haben folgende Künstlerinnen und Künstler mitgewirkt: Kathrin Bosshard, Les Trois Suisses, Nils Althaus, schön & gut, Lisa Christ und Steff La Cheffe, acht Personen. Dazu kam noch zweimal ein Video mit Jess Jochimsen, welcher wegen einem Bandscheibenvorfall nicht live mit auf der Bühne stehen konnte. Das ganze Programm hat sehr positiv überrascht, da die ganzen KünstlerInnen als Ensemble auftraten, nur mit kurzen Solo Passagen und sich so nicht Einzelleistung an Einzelleistung reihte sondern es wirklich eine tolle Show war. Es ging darum das Jahr 2019 Revue passieren zu lassen. Da kamen sehr viele Themen darin vor wie: Vaterschaftsurlaub, Mutterschaftsurlaub, Frauenstreik, Wahlen, Venedig, Trump, Greta Thunberg, Wembley Tennis Final, Mehrwertsteuer, Pestizide, neue Züge der SBB, SVP, Vegan, 5G, Mühleberg und noch einiges mehr. Alle diese Themen wurden in witzigen, bissigen, satirischen und auch nachdenklichen Nummern gestaltet.

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Da fielen so Sätze wie: „Auch Politikerinnen sind letzlich Politiker“; „Kirchentürme sind zum Aussenden da, entweder der frohen Botschaft oder auch für 5G“. Les Trois Suisse sangen ein herrliches Lied „Kitaplatz“ zur Melodie von „Ne me quitter pas“ von Jaques Brel. Das sind nur ein paar Beispiele von einem reich befrachteten und geladenen Programm, welches keine Durchhänger zu verzeichnen hatte.

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Alle KünstlerInnen traten oft gemeinsam auf, sprachen, sangen und tanzten auch, nahmen aufeinander direkten Bezug, einfach grossartig. Beim Hinausgehen hörte man nur begeisterte Stimmen und das war ich auch.

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