TINA TEUBNER & BEN SÜVERKRÜP

Live: „Wenn du mich verlässt komm ich mit“ in der La Cappella Bern am 23. Oktober 2018

Bild Fredi Hallauer

Im Jubiläumsprogramm der La Cappella zählen sie zu den ältesten Freundinnen und Freunden und wie sie selber sagten ist das die Bühne, welche sie am meisten bespielten. Tina Teubner legte sofort los und zeigte was sie mit dem Publikum nicht machen wolle, nämlich die von der ersten Reihe plagen. Sie zeigte es direkt indem sie einen Mann fragte, wie er heisse, woher er komme und dann, wie schwer er sei. Da brach sie ab und versprach dies den ganzen Abend nicht mehr zu machen. Sie nahm sich dafür immer wieder ihren Bühnenpartner vor, den Pianisten und Kleinkünstler Ben Süverkrüp. Die Beiden waren wirklich ein tolles Team, und Ben Süverkrüp bekam auch genügend Raum um sein Klavierspiel auszubreiten, welches sehr stark war, und auch seine theatralischen und kabarettistischen Fähigkeiten zu zeigen. Tina Teubner redete, sang, spielte extra falsch und wahrscheinlich auch extra richtig ihre Geige und eine wunderschöne Einlage mit der singenden Säge. Ihre Texte und die Art wie sie diese zum Publikum rüberbrachte, um die Ohren schlug oder was auch immer war grosse Kunst. Sie verstand es nicht nette Sachen mit einem Charme zu präsentieren, noch wenn sie sagte, „Der war schon als Spermium ein Arschloch“ war das nicht grob. Sie nahm sich die Männer vor, aber auch PolitikerInnen, oder aber Gesellschaftsgruppen wie Manager, Veganer, Jogger, aber auch die älteren Menschen, lies das Publikum und sich selber. Hier ein paar kleine Beispiele ihres hintergründigen Witzes: „Massenentlassungen ist Feng Shui zu Ende gedacht von meditierenden Managern“; „In der Steinzeit waren diejenigen vegan, welche zu doof waren einen Büffel zu treffen“, „Wenn Gott gewollt hätte dass wir joggen, hätte er Löwen im Park ausgesetzt, jetzt hat er aber parkbänke hingestellt, damit wir relaxen“. So ging das etwa zwei Stunden lang, aber mit sehr differenzierten Ansagen und Positionen, also kein Blödelabend. Sehr stark war ihr Aufruf an die älteren Menschen, lustvoll zu vergammeln und zu verwelken. Tina Teubner und Ben Süverkrüp boten einen witzigen, unterhaltenden und anspruchsvollen Musikkabarett Abend der Spitzenklasse.

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Fredi Hallauer

PATTI BASLER & PHILIPPE KUHN

Live: „Frontalunterricht“ La Cappella Bern am 21. September 2018

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Es war ein sehr geistreicher und lustiger Abend mit ein paar kurzen Tauchern. Um was ging es? Patti Basler trat als Kontrolleurin der Lehrkraft im Schulzimmer auf. Der kontrollierte Lehrer war Philippe Kuhn, hervorragender Pianist mit einem guten Hang zum Komödianten. Patti Basler erzählte auch von der Schule der 80iger Jahre bis heute zum Lehrplan 21. Der Lehrer war ein Deutscher und brauchte mehr Kontrolle. Dies war der rote Faden, mit der Geschichte von der Lehrerin Fröilein Scheidegger und dem Grobmotoriker René und dazu die Situation mit den deutschen Lehrern. Der Anfang war sehr gut, als der Lehrer mit dem Publikum wie mit einer Klasse ein Lied übte. In der Folge musste man sich über die Rolle von Patti Basler klar werden, ob sie nun Erzählerin ist, oder Kontrolleurin oder allgemein Kabarettistin. Immer war es nicht klar. Es wurde einem sehr viel Text um die Ohren gehauen und in einem hohen Tempo und da und dort blieb man beim Studieren hängen was es jetzt sollte, oder was war das letzte Wort. Bis zur Pause war es gut aber nicht nur, dazwischen kamen alte Sprüche oder Witze zum Zuge und es hatte Momente da war zuviel unter der Gürtellinie und nicht einmal lustig. Nach der Pause wurde es viel besser, ausser dem vielen Text fielen die anderen Schwachpunkte weg. Der Lehrer erzählte immer wieder was er in der Freizeit macht und die Oberpädagogin erklärte den Lehrplan 21 auf sehr sarkastische Weise, aber wo sie recht hatte, hatte sie recht. Was macht es für einen Unterschied ob es es nun soviele Kompetenzen im Lehrplan hat, oder vorher viel mehr Lernziele. Die Lehrpersonen welche den grössten Teil des Publikums ausmachten kamen nicht so gut weg. Zitat: „Lehrpersonen geht es mit dem Lehrplan 21 wie Guy Parmelin mit seinem Wein, selber gelesen haben es beide nicht“. Man konnte viel lernen, nämlich, dass die grössten Störfaktoren im Schulzimmer die SchülerInnen sind. Fragen waren auch in der Luft, teils unbeantwortete, nämlich wieso muss man als Rockgitarrist zuerst Blockflöte lernen. Die SVP bekam ziemlich viele harten Brocken ab, zum Beispiel dass sie lehrmittel kritisieren. „Man wäre froh, wenn die SVPler während der Schulzeit in die Lehrmittel geschaut hätten und nicht erst heute“. Wortspiele gab es sehr viele und die meisten waren verblüffend gut. Hier mehr zu schreiben, wären zuviele Pointen vorweg genommen. Einen unterhaltsamen Abend mit Tiefgang, nachdem man nachher etwas erschlagen ist.

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Fredi Hallauer

SCHÖN & GUT

Live: „Mary“ im La Cappella Bern am 16. Mai 2018

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Das Duo spielte im vollen La Cappella und begeisterte das Publikum. Es war wirklich Kabarett was die beiden machten, mit spitzer Zunge und Wortwitz. Eine einfache Kulisse, ein Bänkchen, einen Koffer, Ukulele und Handorgel plus ein paar Hüte, Bärte, Kopftücher und Vogelgezwitscher von Hand gemacht reichten aus um eine spannende Geschichte mit mehreren Personen zu spielen. Die Sätze waren kurz und trafen immer ins Schwarze. Die Geschichte handelte von Einwanderung und Auswanderung, von Einbürgerung oder doch nicht. Viele Zitate aus dem TV, dem Alltag und prominente Personen welche eher negative Schlagzeilen machten wurden erwähnt und dann noch meist verdreht dass es wieder einen Sinn machte. Hier ein paar Zitate um zu zeigen wie die Satire funktionierte: „Amerika das Land der unmöglichen Begrenztheiten“ oder „Oh Schweiz die du dich für drei Minuten Zugsverspätung entschuldigst, nicht aber bei den syrischen Müttern, deren Kinder von Schweizer Handgranaten zerfetzt wurden“. Schön und Gut gehören ins Pflichtprogramm für jede Schweizerin und Schweizer.

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SCHERTENLAIB & JEGERLEHNER

Live: „Zunder – ein Nachbrand“ im La Cappella Bern am 2. Mai 2018

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Schertenlaib und Jegerlehner das Duo zwischen Poesie, Musikalität und Irrsinn zog einem absolut in ihren Bann. Sie spielten keine Geschichte, der rote Faden waren Begebenheiten aus ihrem gemeinsamen Leben aber es war abstruser, lebensnaher Irrsinn. Wenn die Steuererklärung kommt muss man die einfach vorbeigehen lassen, und dazu ging Schertenlaib vorbei. Musikalisch waren sie genial mit Schlagzeug, Ukulelen, Handorgel, Trompete, Melodica und Tuba. Die beiden sind etwas vom Besten was es im Moment in der Schweiz auf den Kleinkunstbühnen gibt. man muss sie erlebt haben, das zu bschreiben ist fast unmöglich. hier noch zwei Zitate: „Dä Wäg wo de igschlage hesch isch e guete Wäg; Dä Nagel wo de igschlage hesch isch e Nagel mit Chopf; die Schibe wo de igschlage hesch isch jetzt kaputt“; oder „S Hirni isch kei Seifi, es nimmt nid ab wenns bruchsch“. Mein Tipp: die beiden selber erleben.

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BEN VATTER

Live: „Gvätterle“ im La Cappella Bern am 1. Mai 2018

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Im ersten Teil bis zur Pause trat sozusagen der Lehrer Ben Vatter auf und hielt eine Lektion Berndeutsch. Der grösste Teil lehrte er das Publikum in Form von Liedern, bei welchen er sich selber am Flügel begleitete. Die andere Lehrform war das Vorlesen von ein paar Kolumnen welche er geschrieben hatte. Alle Texte, ob gesungen oder gelesen waren recht witzig und das verblüffende war sein Umgang mit der Sprache und die Grammatik und deren Missbrauch des Berndeutschen aufzuzeigen. Da man als Berndeutschsänger immer wieder die Mani Matter Keule erhalte, sang er dazwischen gleich 20 Mani Matter Lieder, komprimiert auf fünf Minuten und das Lied wechselte immer wenn deas gleiche Wort in einem anderen Lied vorkam. Nach der Pause ging es um verschiedene Themen. Vom Hobby, der Arbeit und auch dem Sterben. Es war rasch zu bemerken, auch schon im ersten Teil, dass Ben Vatter von Georg Kreisler beeinflusst ist und er sagte es dann auch. Er sang drei Lieder welche direkt den „Liedern zum Fürchten“ von Kreisler nachempfunden waren. Diesen Liedern fehlte etwas der Sarkasmus von Kreisler sonst waren sie mehr oder weniger gelungen. Zum Abschluss gab es dann noch ein Kreisler Lied auf Berndeutsch. Es war durchwegs amüsant Ben Vatter beim „gvätterle“ zuzuhören.

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BARBARA HUTZENLAUB

Live: „Jubiliert“ im Theater am Käfigturm am 17. März 2018

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Barbara Hutzenlaub feiert ihr 30 Jahre Bühnenjubiläum und nennt darum ihr Programm so. Es ist aber keine Reprise oder Best Of und ausser dem Titel hat das Programm nichts mit Jubiläum zu tun. Barbara Hutzenlaub trat im gleichen Kostüm auf wie bei den Acapickels, was Erinnerungen oder Vergleiche ziehen lässt, was ich aber sein lasse, da sie ja hier Solo auftrat. Mit dabei ist noch die Musikerin und Looperin Coco Chantal, was sehr erfrischend wirkte, obwohl sie optisch fast eben so altbacken angezogen war. Zusammen waren sie im ersten Teil ziemlich musikalisch, das heisst sie sangen viel und hatten einige technische Spielereien während des gesamten Programms auf Lager. Ei Highlight am Anfang war der Rap eines balkanischen Jugendlichen, dabei ging es vor allem um die Sprache als neuer Schweizer Dialekt. Am Anfang drehte sich viel um Einbürgerung, Schweizerin sein und Deutsche sein. Das war wirklich witzig. Sie spielte auch mit Jugenderinnerungen als Blockflötenkämperin. Der Runing-Gag mit dem schnellen Reden und dann ein Stoss Asthmaspray brauchen, ist einmal lustig, eignet sich aber nicht als Wiederholung. Im zweiten Teil wurde das Programm etwas schwächer, da die Witze vorhersehbar waren und eigentlich ziemlich altmodisch und abgedroschen, mit immer wieder wirklich tollen Ideen dazwischen. Der Tiefpunkt war die Zugabe mit der Geschichte über die kleine Doris oder „Die Kli Toris“. Muss es den immer schlüpfrig sein. Es war ein unterhaltender durchzogener Abend.

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Fredi Hallauer

DIVERTIMENTO

Live: „Sabbatical“ in der Bern Expo am 25. Februar 2018

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Das Duo DivertiMento spielte ihre Show ein weiteres Mal in der ausverkauften Halle von Bern Expo, früher Festhalle. Sie spielten nicht einfach auf der Bühne sondern im Video, kamen aus dem Video oder banden Szenen in das Video ein welches später wieder gezeigt wurde, absolut verblüffend und das sehr gekonnt. Sie machten den ganzen Abend vor keinem Thema halt und waren manchmal ab sich selber überrascht, was immer wieder zu neuen bisher nicht gespielten Situationen führte. Die Möglichkeit ist auch, dass es so geplant war und sie das wie eine Improvisation aussehen liessen. Obwohl sie oft respektlos waren, machten sie sich nie direkt über Personen aus dem Publikum lustig oder liessen sie dumm dastehen. Sogar die Tanznummer als Tanzschule mit der ersten Reihe aus dem Publikum, wurde mit viel Respekt durchgezogen. Die Szenen, die Dialoge und auch das Verhalten der Zwei waren wirklich lustig, das Zwerchfell kam zum Einsatz. Tanzen, Singen und Instrumente spielen können sie auch und natürlich wurde alles grossartig inszeniert. DivertiMento sind wohl aktuell das Lustigste was es in der Schweiz gibt.

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