PHOENIX AUS DER ASCHE 2

Sibylle und Michael Birkenmeier, Frölein Da Capo und Sunil Mann, Christoph Simon Moderation und Samuel Blatter am Flügel in der La Cappella am 15. Juni 2020

Bild Fredi Hallauer

Der zweite Abend unter dem Titel „Phoenix aus der Asche“ wurde wiederum von Christoph Simon moderiert, welcher die Gäste auch einlud. Er moderierte mit viel Witz und Schalk und ganz nahe am Alltag. Der Pianist Samuel Blatter führte musikalisch durch den Abend. Nach der Einstimmung von Christoph Simon übernahmen Sibylle und Michael Birkenmeier die Bühne.

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Sie enterten sie mit Gehhilfen, Kopfhörern und Sonnenbrillen. Sie erzählten wie man sich verhalten muss, was das Virus alles mit einem machen könnte, alles richtig real. Dann deckten sie auf, dass dies eine Nummer aus ihrem neuesten Programm war, welches sie vor dem Lockdown gespielt hatten, die Realität hatte die Satire eingeholt.

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war als nächste daran, sie las einen Text aus einem ihrer Büchlein in welchem sie schrieb, dass es auch schon grosse Katastrophen gab, nämlich verregnete Sommer mit nur einem Sommertag an dem alle auf Reisen waren auch der Bundesrat und überall alles aus dem Ruder lief. Darauf sang sie zur Gitarre ein Lied, unterstützt vom Pianisten Samuel Blatter. Das Lied war schon bestens bekannt und Frölein Da Capo enttäuschte, dass sie nur auf Bestehendes zugriff. Die Birkenmeiers machten das mit wirklicher Satire und Wortspielereien wett. „Wir wurden alle etwas dick, weil wir aus einer Dickdatur kommen“, oder „der Virus macht dass das Geld nach ganz, ganz, ganz oben fliesst“.

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Der Autor Sunil Mann liest auf Mundart seine Geschichte „Teddybär“ vor. Nach der Pause sang Samuel Blatter zwei eigene Mundartlieder, darauf las Sunil Mann eine Geschichte vor, welche noch unveröffentlicht ist. Sibylle und Michael Birkenmeier spielten verschiedene Nummern, aus dem Kinderheim, oder eine Predigt über die unsichtbare Macht und unsichtbare Hand. Es war eine bitterböse Satire. Die beiden boten echtes Kabarett mit Texten, Chansons und tollen Szenen.

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Frölein Da Capo schloss den Abend ab mit zwei Liedern und einem Gedicht. Bei dieser 2. Ausgabe von Phoenix aus der Asche brillierten Sibylle und Michael Birkenmeier, Frölein Da Capo machte sich es etwas einfach und ja ein Autor der liest einfach, da gibt es nicht viel dazu zu sagen.

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PHOENIX AUS DER ASCHE

mit Christoph Simon, Bänz Friedli, Uta Köbernick, Philipp Galizia und Samuel Blatter in der La Cappella am 9. Juni 2020

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Es gab wieder Kultur in der La Cappella. Christoph Hoigné eröffnete den ersten Abend des Zykluses „Phoenix aus der Asche“ in der frisch gestrichenen La Cappella in Bern.

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Christoph Simon pilotierte durch den Abend mit kurzen eigenen kabarettistischen Teilen und Interviews der Gäste in Bezug auf die Corona Zeit. Er erzählte vom Programm mit den Kindern im Lockdown. Zum Essen gab es zum Beispiel Fischli Fisch (lies Fischstäbli) und nacher im Fernsehen einen Film wo grosse Fischli Fische Leute in die Beine beissen (lies Der weisse Hai). Am Flügel wurde er von Samuel Blatter untermalt.

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Dann trat Bänz Friedli auf die Bühne und wurde gleich tagesaktuell. Zuerst überprüfte er, ob die Abstände im Publikum korrekt waren mit einer gewissen (ungerechtfertigten) Skepsis. Er schilderte wie es im Bundesrat zugegangen sein könnte während dem Lockdown und lobte diese Zeit, als ausser dem Bundesrat die Politiker geschwiegen haben.

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Darauf folgte Uta Köbernick mit der Gitarre und offenbar kalten Fingern, aber auch sonst war sie am Anfang nicht ganz präsent. Vom ersten Lied an, war sie wieder da. Sie sang alte, sehr alte und sehr neue Lieder. Höhepunkt war das Lied zu Liebe und Corona, mit dem Satz „zum Teil wurde die Liebe weggesperrt wie die Hamsterkäufe“. „Irgendwie Irgendwann“ zeigte ihr Wortspiel und Sprachwitz sehr schön auf.

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Philipp Galizia philosophierte zusammen mit seinem Kontrabass über den Anfang und den Schluss. er erzählte eine schöne Schöpfungsgeschichte, welche in etwa so lautete: Nach dem Urknall gab es noch nicht viel. irgendwann gab es eine Eiszeit und Affen, welche kalt hatten. einer setzte sich in eine Höhle und später kam noch ein anderer Affe. Zuerst sassen sie weit weg, dann immer näher und erzählten sich Geschichten. Die Geschichten wurden immer wilder und dann begannen sie zu lügen, seit dann heissen die Affen, Menschen.

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Nach der Pause sang der Pianist Samuel Blatter ein Lied und es ging sofort weiter. Philipp Galizia bot einen Ausschnitt aus dem Programm „Totengräber“. Uta Köbernick war wieder mit ein paar Liedern am Start und Bänz Friedli nahm sich den Fussball, die WM und die Fifa vor.

Es war ein wundervoller Abend, Balsam für die Seele und selten kann man sich an einem Abend drei Gewinner des Kleinkunstpreises Salzburger Stier geniessen.

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MÜSLÜM

Live: „Müsteriüm“ in der La Cappella am 17. Februar 2020

Müslüm der Kabarettist und Sänger mit türkischen Wurzeln hat für sein neues Programm nochmal die Spielart gewechselt und kann nun zu den Comedian gezählt werden, welche zwischendurch mal ein Lied singen. Müslüm trat zusammen mit Raphael Jakob an der Gitarre auf. der Gitarrist begleitete die Lieder aber sein grosses Können zeigte er beim unaufdringlichen untermalen des ganzen Abends. Er führte durch das Müsteriüm Leben und der Liebe und des Menschseins mit der Blickrichtung auf die Ausländer bzw aus der Sicht der Ausländer. Das ganze Programm war ein bisschen ein Müsteriüm, den es war auch eine Irrfahrt oder eine Dramatürkische Odysee wie er es nannte. Der rote Faden war nicht immer klar erkennbar, einfach das Thema des sich selber sein und der Liebe war ihm sehr wichtig und das predigte er manchmal als türkischer Jesus, ein ausdruck den er brauchte, denn irgendjemand muss es ja sagen. Er hatte witzige Ideen wie: Kinder sollten lachend auf die Welt kommen, dann würde das die Welt verändern. Seine Gedankensprünge waren manchmal etwas seltsam und manchmal philosophierte er zu lange ohne voranzukommen. Die Fussballspieler der Schweizer Nationalmannschaft waren schon immer sein Lieblingsthema und die bekamen auch hier ihr Fett weg. Witzig war die Idee, dass Shakiri doch als skispringer gehen soll und den Doppeladler machen, dann fliegt er. er hatte auch viele Wortspiele dabei, aber manchmal doch etwas wenig Wortwitz, denn Millionär – Visonär – ordinär, reimt aber mehr nicht. Seine Sprüche unter der Gürtellinie brachte ein Teil des Publikums zum Lachen, aber diese lacher braucht er eigentlich nicht. Die Lieder waren OK, „Beat It“ wurde zu „kei Billet“ oder aus „La Bamba“ machte er eine neue Version von „Bambala“. Müslüm hat noch viel Luft nach oben und das Programm könnte er noch verdichten, so war irgendwo im zweiten Teil die Luft draussen.

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BUNDESORDNER 2019

Live im Theater National Bern am 24. Januar 2020, organisiert von La Cappella

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Den Jahresrückblick Bundesordner gibt es seit 2008, in Bern seit 2016. Dieses Jahr haben folgende Künstlerinnen und Künstler mitgewirkt: Kathrin Bosshard, Les Trois Suisses, Nils Althaus, schön & gut, Lisa Christ und Steff La Cheffe, acht Personen. Dazu kam noch zweimal ein Video mit Jess Jochimsen, welcher wegen einem Bandscheibenvorfall nicht live mit auf der Bühne stehen konnte. Das ganze Programm hat sehr positiv überrascht, da die ganzen KünstlerInnen als Ensemble auftraten, nur mit kurzen Solo Passagen und sich so nicht Einzelleistung an Einzelleistung reihte sondern es wirklich eine tolle Show war. Es ging darum das Jahr 2019 Revue passieren zu lassen. Da kamen sehr viele Themen darin vor wie: Vaterschaftsurlaub, Mutterschaftsurlaub, Frauenstreik, Wahlen, Venedig, Trump, Greta Thunberg, Wembley Tennis Final, Mehrwertsteuer, Pestizide, neue Züge der SBB, SVP, Vegan, 5G, Mühleberg und noch einiges mehr. Alle diese Themen wurden in witzigen, bissigen, satirischen und auch nachdenklichen Nummern gestaltet.

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Da fielen so Sätze wie: „Auch Politikerinnen sind letzlich Politiker“; „Kirchentürme sind zum Aussenden da, entweder der frohen Botschaft oder auch für 5G“. Les Trois Suisse sangen ein herrliches Lied „Kitaplatz“ zur Melodie von „Ne me quitter pas“ von Jaques Brel. Das sind nur ein paar Beispiele von einem reich befrachteten und geladenen Programm, welches keine Durchhänger zu verzeichnen hatte.

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Alle KünstlerInnen traten oft gemeinsam auf, sprachen, sangen und tanzten auch, nahmen aufeinander direkten Bezug, einfach grossartig. Beim Hinausgehen hörte man nur begeisterte Stimmen und das war ich auch.

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CHRISTOPH SIMON

„Der Suboptimist“ Vorpremiere in der La Cappella Bern am 28. Dezember 2019

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Christoph Simon erzählte an diesem Abend wirklich eine poetische Geschichte, oder waren es doch viele poetische Geschichten mit einem Zusammenhang, oder was war es genau? Egal wie die Antwort lautet, es war fantastisch, humorvoll, mit Tiefgang und allerbeste Unterhaltung. Er erzählte Geschichten von seinem Chauffeur mit dem Hippie VW-Bus und auch selber ein Hippie und darum herum entstanden viele Fragen, wenig Antworten und viele Seitengeschichten. Witzige Aussagen, welche es aber in sich hatten fielen immer wieder auf. „Ich bin nicht alt, sondern einfach schon sehr lange jung“. Fragen wie „Was ist deine Lieblings-Wasserhärte?“ oder Aussagen wie „Ich bin von der Ha ke Ahnig Generation“ sind ein paar Beispiele. Er erzählte von sich, dass er ein schlechter Mensch sei und beim Weissen Hai den Daumen für den Hai gedrückt habe. Ja es ging um gut und schlecht oder auch um Pessimist, Optimist und Suboptimist. Bei der SBB gibt es manchmal auch Fahrzeitverlängerungen die man nicht bezahlen muss, wäre so eine suboptimistische Haltung. Belanglose Sachen kommen plötzlich im Verlaufe des Abends wieder vor, manchmal öfters und das ist sehr witzig. Im ganzen Programm gibt es immer wieder spannende Geschichten von der Phython auf dem Campingplatz in Luzern, oder von der Autopanne um Mitternacht auf dem Ofenpass. Christoph Simon zeigte sich als einer der ganz Grossen auf den Schweizer Kleinkunbstbühnen. Das Programm startet im Februar und wird sicher Land auf und ab gespielt. Nicht verpassen.

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ZAPZARAP

Live: „Hohenstein“ in der Alti Moschti Mühlethurnen am 15. November 2019

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Das A-cappella Theater Ensemble ist nach einer Kreativpause wieder zurück. Einiges hat sich geändert. Sie sind noch zu dritt, spielen dazwischen auch Musikinstrumente und alle spielen zwei bis drei Rollen. Etwas ist geblieben, sie sind super gut. Die Geschichte handelt auf verschiedenen Ebenen, ist aber einfach, aber ein guter, witziger roter Faden, welcher einem einen Spiegel vor die Augen hält, ohne nur ein bisschen moralisch zu sein. Die Tankstelle läuft nicht mehr seit die Autobahn gebaut ist, der junge Angestellte, kommt zu spät, verspricht viel, will nach Paris und traut sich doch nicht. Im Einfamilienhaus ist Ende mit dem Frieden, seit junge Wilde im Nachbarshaus eingezogen sind und eine 5G Antenne auf der Burg geplant ist. Zwei Steine der Burg, welche schon die Eiszeiten zusammen erlebten aber auch den Napoleon, haben eine witzige Kommunikation.

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Was passiert und wie es endet muss man selber sehen, sonst ist es nicht mehr witzig, wenn es hier geschrieben steht. Dazwischen kommen immer wieder Lieder zum Einsatz, von „Tea for Two“, zu Abba, den Beatles, Udo Jürgens, Simon & Garfunkel und vielen mehr, teils Original, meistens aber adaptiert oder mit neuen Texten bestückt. Die Lieder sind teils in Originalsprache, teils in Mundart. In der Alti Moschti Mühlethurnen sangen die drei gänzlich unverstärkt und füllten den Raum, sie begleiteten sich teilweise mit Bass-Ukulele, Handorgel und Cornett. Das Bühnenbild ist sehr einfach und verblüffend, es stellt sehr verschiedene Sachen dar, so wie die SchauspielerIn. Zapzarap begeisterten vom Anfang bis zum Ende. Nicht verpassen. http://www.zapzarap.ch

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SISTERS OF COMEDY

Live: Im La Cappeöla am 12. November 2019

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Aline Trede moderierte den Abend. Sie begrüsste bald Jolanda Spiess Hegglin erzählte von ihrer Arbeit gegen Hater im Internet, dem Verein Netzcourage. Dann startete Jane Mumford, Comedy. Sie sprach über Frauen und Reptilien. Es war mässig lustig.

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Eclecta fuhr mit Musik weiter. Gesang und Schlaginstrumente mit wenig Elektronik erfrischte die Ohren. Sie waren schrill, schräg und fantasievoll. Ihr Lieblingsinstrument war der Filzstift mit dem sie wirklich musizierten. Mit einer E-Gitarre begleiteten sie einen sehr disharmonischen Gesang. Lisa Christ gehörte dann wieder zu der Wortabteilung. Sie referierte über Alt werden – 25Plus.

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Nach der Pause fuhr Lisa Christ weiter. Ihr Thema Schwangerschaft und Geburt. Sie erläuterte auch den Kult darum. Daraus entstand die Ehrung der Mütter. Der zweite Text ging ums Schlafen, miteinander alleine. Eclecta übernahmen dann die Bühne wieder mit ihren skurillen Songs. Das „Guggisberglied“ acappella gesungen in einer eigenwilligen Interpretation war ein Höhepunkt. Dann spielten sie Tom Waits noch schräger als der Meister, umwerfend.

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Jane Mumford redete über Penise und Vaginas. Wie gehabt beschränkt lustig. Dann fasste Patti Basler alles zusammen. Sie machte das sehr witzig und gekonnt in Reimen. Sie ging schonungslos mit allen Frauen welche auf der Bühne waren um, auch mit sich selber.

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Meine Zusammenfassung. Aline Trede brachte am Anfang eine politische Note hinein und da stieg die Erwartung auf Frauen Politcomedy. Herausgekommen ist schliesslich banales und vieles unter der Gürtellinie und zwar genau so billig wie das Männer machen. Die Begeisterung hielt sich beim Publikum in Grenzen. Super war das Duo Eclecta mit ihren Songs, da war auch Frauenpower vorhanden. Patti Basler konnte nicht mehr zusammenfassen als war.

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DUO LUNA-TIC

Live: „Heldinnen“ Premiere im La Cappella am 7. November 2019

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Der Untertitel dieses, wie sich herausstellte, hervorragendem Programms, lautet: „Olli und claire spielen Antigone. Fast“. So startete dann das Programm mit fast klassichem Text und Zwischenkommentaren. Olli und Claire proben noch und sie waren sich immer weniger einig. Wer muss, darf, soll Antigone spielen? Soll es lustig oder Tragödie sein, oder das was sie seit 2006 machen? Sehr gute Aussprüche und Wortspiele lockern alles auf, wie: „Ich liebe Archillesv(f)erse“, oder zur Umweltbewegung der Jungen: „90% der Jungen wollen diese Welt sauber machen, 90% der Eltern wollen, dass die Jungen ihr Zimmer aufräumen“. Skurille Szenen, tiefgründige Texte, Tanz und Musik, mal skurill mal sinnlich machten das Programm abwechslungsreich, unterhaltsam und regten zum Nachdenken an. Sie wollten dann alles positiv sehen und so wurde aus dem Sport Badminton, Goodminton; oder aus den toten Hosen die Lebendigen Shorts. Schlussendlich kam es aber darauf hinaus, dass man vorwärts blicken soll und vielleicht bei sich Anfangen etwas zu verbessern, oder doch lieber bei den anderen oder Irgendwo weit weg. Wichtig ist es Heldinnen zu sein und bleiben, darf auch als Held gelesen werden. Luna-Tic ist hier ein Wurf gelungen, unter der Regie von Federico Dimitri. Das Duo zählt mit diesem Programm zur Spitzenklasse des Musikkabaretts.

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CABARET LUNE NOIRE

Burlesque im Bierhübeli am 25. Oktober 2019

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Ein ganz spezieller Abend im Bierhübeli war angekündigt, ein Abend mit Burlesque. Das Publikum sass vor allem an Vierertischen und es gab auch vier goldene Vierertische mit Champagner Service. Hinten waren noch drei Reihen Stühle und der Balkon sowei die Emporen waren auch besetzt. Ein gut besuchter Anlass. Bevor die Show begann durfte man das Publikum bewundern, den es kam mehrheitlich dem Anlass angemessen angezogen, schön, fantasievoll und auch ein bisschen sexy. Die Frauen waren in der Mehrzahl, aber die anwesenden Männer liessen sich betreffend Bekleidung nicht lumpen, mit Gilets und Hüten und speziellen Hosenträgern und Hemden. Das war bereits unterhaltsam. Dann trat eine sehr voluminöse Frau auf die Bühne mit einer ebensolcher Gesangsstimme. Es war die Frau welche durch das Programm führte, sang und dem Publikum einheizte. Sie war Australierin und lebt in England. es folgten dann fünf Frauen welche sich aus fantasievollen Kostümen, fantasievoll herausschälten. Eigentlich ein gehobener Striptease aber nichts Anstössiges. Die Frauen kamen je eine aus Deutschland, Frankreich, Amerika und zwei aus England. Dann war Pause. Nach der Pause ging es nicht gleich oder ähnlich weiter sondern viel raffinierter. Ein Federntanz wurde vorgeführt mit guten Lichteffekten, dann zeigte eine afrikanische Schlangenfrau ihr Können ohne sich auszuziehen, aber auch ein Ozeantanz, orientalischer Tanz und weitere Finessen kamen zum Einsatz, bei denen das Ausziehen nicht mehr primär war. Eine der Tänzerinnen begoss sich mit der Giesskanne, die andere mit Schaumwein. Neben der Conferenciere gab es auch noch ein witziges Dienstmädchen, welches die verstreuten Kleidungsstücke zusammen sammelte und das mit Witz. Die Show dauerte zwei Stunden und war sehr unterhaltsam und man durfte sich köstlich amüsieren.

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SCHERTENLAIB & JEGERLEHNER

„Textur“ live in der La Cappella Bern am 18. Oktober 2019

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Dieser Abend hätte unter dem Motto stehen können: Tiefsinniger höherer Blödsinn. Was die beiden auf der Bühne boten ist einsame Klasse und etwas vom Besten was die Schweizer Kleinkunstszene zu bieten hat. Nach einem Einleitungsmusikstück las Schertenlaib einen Text mit Fragen zu den Gedanken. Wo ist man wenn man in Gedanken versunken ist? Wo sind die Gedanken? Sie kommen dann auf viele Aussprüche die wir so brauchen wie Der Weg ist das Ziel; oder Keine Nachrichten sind gute Nachrichten und zerpflücken das. Das ist Unsinn sagen sie, Keine Nachrichten sind keine Nachrichten. So geht es sehr lange, immer wieder durch Lieder und Musik illustriert, aufgelockert und zelebriert, weiter. Über das Pressieren war ebenfalls sehr spannend. Wer pressiert kommt weiter, verpasst aber viel, sind so Schlussfolgerungen. Musikalisch spielen sie sich durch Funk und Punk, Jazz, Chansons, Tango und Allerweltsmusik. Sehr lustig und gekonnt ist ihre Blasmusik von ihnen beiden mit dem Mund gemacht, plus die Trommel und Pauke vom Schlagzeug und Jegerlehner dirigierte. Geschichten über ihr Leben mit Abos für Gemüse, Fitness, Theater, Yoga und keine Zeit sie zu nutzen waren ebenfalls sehr amüsant. Es war ein wunderbarer Abend, amüsant, Blödsinn mit Niveau und höchstes Können beim Umgang mit Worten und Musik.

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