Live: „gardiZERO“ in der La Cappella am 10. Mai 2026, 15 Uhr

Ein gutes Jahr nach ihrer Abschlusstour mit der Figur Hanna war Gardi Hutter auf der Bühne zurück, mit einem neuen Konzept und neuem Programm. Der Titel war Programm, ZERO hiess auch, dass nichts auf der Bühne stand, keine Requisiten. Nur einen Koffer hatte sie dabei und einige Kleider übereinander. Die vielen kurzen Sequenzen handelten vom Verwandeln. Die Frau, die auf die Bühne wollte und vom Techniker immer wieder weggeschickt wurde, verwandelte sich in das Stück Erlkönig, inkl. dem Pferd vor der Kutsche, in Romeo und Julia nach Shakespeare oder in eine Spinne.

Sie wurde eine Sonnenbaderin, ein Löwe, und spielte mit ihrem Schatten. Sie bohrte in der Nase und spielte mit den Popeln, liess imaginäre Flöhe Saltos schlagen und es gab auch noch weiteren höheren Blödsinn oder herrlichen Unsinn.

In einer etwas längeren Sequenz war sie ein Spermium, dann verschiedene Spermien, die Eizelle und die Geburt.

Diese und einige andere Verwandlungen geschahen an diesem Nachmittag. Nun wird es schwierig, ein Urteil über dieses Programm und Gardi Hutter abzugeben. Einerseits hat sie sich neu erfunden und trotzdem sind die bekannten Elemente da oder eben nicht mehr. Wenn man auch nicht will, ist nicht zu vergleichen, schwierig. Kein Bühnenbild war kein Problem, keine Geschichte oder verständlicher roter Faden machte es doch etwas schwieriger. Sie sprach immer noch nicht, gleich wie früher, machte aber deutlich mehr Geräusche mit dem Mund, was manchmal etwas zu viel war.

Die Pantomimen, der schräge Humor und das Darstellen waren hervorragend. Man muss sich wirklich etwas an die neue Gardi Hutter gewöhnen, aber es war eine sehr unterhaltende Stunde mit ihrem Programm.

Fredi Hallauer