ASS-DUR

Live: „Celebration“ in der La Cappella am 18. Oktober 2023

Bild Fredi Hallauer

Das Brüder Duo ist mit ihrem neuen Programm Celebration unterwegs. am 18. Oktober war in Bern die Bern Premiere. Es ist ein neues Programm, mit ein paar bereits bekannten Elementen, aber auch mit viel Neuem. Die Brüder messen sich dauernd und jeder will der bessere, der beliebtere sein. Jeder sagt der andere erzählt die schlechten Witze, und beide sind grosse Musiker am Piano und der Geige. Sie wollen gegen die schlechten und traurigen Nachrichten ankämpfen und spielten so, die Klassiker wie Türkischer Marsch von Mozart oder die 5.te von Beethoven in Dur statt in Moll. Der eine spielte viele Popnummern wie „Barbie Girl“, „Atemlos“, „Eye Of The Tiger“ oder „Bohemian Rhapsodie im Stile von Mozart, Bach, Tschaikowsky oder Liszt. Alles ohne Noten und genial. Dazwischen gab es Platz für viel Blödsinn und höherem Blödsinn. Vor der Pause spielten beide Klavier und zogen sich um in glamour Kleider. Teils jeder für sich oder der eine half dem anderen, so dass das Klavierstück nicht abgebrochen wurde. Als Zugabe gab es noch „Tanzen im Sitzen“. Ja Ass-Dur ist beste Unterhaltung es durfte gestaunt und viel gelacht werden. Ein Musikkabarett-Duo, welches man nicht verpassen darf.

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Fredi Hallauer

DUO LUNA-TIC

Live: „Hits mit Tics – die Rosinen aus 16 Jahren Duo Luna-tic“ in der La Cappella am 10. Oktober 2023

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Das Duo Luna-tic trat im Rahmen 25 Jahre La Cappella auf. Beide Frauen haben innerhalb zweier Tage Geburtstag. Stéfanie Lang und Judith Bach traten wie gewohnt als Olli und Claire auf. Vier Hände, zwei Stimmen und ein rollendes Klavier boten die Grundlage für ein tolles und ausgiebiges Musikkabarett Programm bei dem viel gelacht wurde, dazwischen hatte es aber auch Nachdenkliches. Es ist erstaunlich wie die beiden Frauen aus Liedern und Szenen der letzten 16 Jahren ein Programm zusammengebaut hatten, an dem es nichts auszusetzen gab. Es war kein Birchermüesli, sondern die Rückschau bekam einen neuen Faden, welcher hielt. Es ging um Liebe, darum den Mann zu finden der zu einem passt oder sich finden zu lassen, um Freundschaft zwischen den beiden, welche immer wieder fast entgleiste. Eigentlichgibt es gar nicht soviel zu schreiben, es war einfach etwas vom Besten, wenn nicht das Beste, was in letzter Zeit auf Kleinkunstbühnen zu sehen war. Es war einfach gut und uns fiel nicht der kleinste Makel auf. Einfach ein grosasartiger und sehr unterhaltsamer Abend.

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Fredi und Kathrin Hallauer

SIMON CHEN

Live: „Im Anfang war das Wort“ Vorpremiere in der La Cappella am 19. September 2023

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Am Anfang spielte Simon Chen den Schöpfer und liess es es Licht werden. Er spielte dann die Szene nochmals und zitierte aus der Zürcher Bibel, Genesis. Dann kamen Adam und Eva als Handpuppen ins Spiel und schon bald stand der Duden da. Simon Chen spielte mit Wörtern und Bedeutungen und stellte Fragen. „Hat Gott die Welt erschaffen oder haben wir Gott erschaffen?“ Er las Kalendersätze und-weisheiten, spielte mit den Betonungen von Wörtern, welche vor allem in der gesprochenen Sprache plötzlich zu seltsamen Wortspielen werden. Dazwischen kamen immer wieder sehr tiefsinnige Aussagen, manchmal auch höherer Blödsinn und einfach Sachen die wirklich stimmten. Inhaltlich ist an diesem Programm nicht auszusetzen, aber es waren einfach viel zuviele Wörter, Sätze und Wortspielereien. Es fehlte auch der Rote Faden, welche er im Duden fand, aber der war sehr kurz. Dazu kam, dass er von sich sehr eingenommen war, also er da oben und wir das Publikum da unten. Er war auch sehr lehrerhaft. Simon Chen hat noch Zeit bis zur Premiere am 30. September über die Bücher zu gehen.

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Fredi Hallauer

RIGOLO TANZTHEATER

Live: „ITHIR“ im Kulturhof Köniz am 14. September 2023

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Das Tanztheater Rigolo gastierte mit dem zweiten Stück in Köniz. Inszenierung und Leitung hat Marulo Eugster, welche auch selber tanzte. Mit ihr standen eine weitere Tänzerin und ein Kontrabassist auf der Bühne. Ithir zeigte den Kreislauf, die Welt, den Menschen und die Unendlichkeit des Universums. Dieses Tanztheater kann man nicht erklären, man muss es erleben. Eine Figur hatte eine Off-Stimme und gab sehr poetisch vielleicht die nötigen Erläuterungen. Ein Kontrabassist spielte live und dazu kamen Musikeinspielungen von sehr spezieller Musik mit Elektronik, Perkussion und analogen Instrumenten. Manchmal wurde alles apokalyptisch um im nächsten Teil, versponnen, verspielt und lustig zu werden. Die verschiedensten Techniken wurden eingesetzt wie weiche Lehmmasken, grosse Steine, Lehm und Tücher. Alles war sehr ausgeklügelt, jede Bewegung stimmte und die Botschaft wird nonverbal übertragen. Vielleicht kann man die Quintessenz so zusammenfassen: „Wir Menschen sind Teil der Natur“. Eine wunderbare Aufführung und Inszenierung auch für Menschen, welche mit Tanz sonst nicht allzuviel anfangen können. Das hier ist mehr, viel mehr.

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Fredi Hallauer

CHRISTOPH SIMON

Live: „Krimi, Krimi“ in der La Cappella am 6. August 2023

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Im Rahmen des 25 Jahr Jubiläums lud die La Cappella Christoph Simon ein, an seinem Geburtstag ein spezielles Programm zu präsentieren. Er entschied sich für „Krimi, Krimi“, eine spezielle Zusammenstellung von drei Kriminalgeschichten, welche er einmal geschrieben hatte. Die erste Geschichte handelte in einem Nobelhotel in Bern, welche er für das Hotel schrieb, der zweite Fall führte ins Kunstmuseum Thun, den er für das Kunstmuseum schrieb und die dritte lange Geschichte schrieb Christoph Simon für die Krimitage Burgdorf. Nach der Pause wurde er von Christoph Hoigné interviewt und mit der Pappel, seinem Baum aus dem keltischen Baumkreis, verglichen. Am Anfang erzählte er eine kurze Geschichte aus der neueren Zeit und am Schluss noch zwei. Die Krimis las Christoph Simon in Mundart vor, und das ziemlich schnell. Die Geschichten waren skurill, teils durchschaubar, aber die Worte waren wundervoll. Im Vergleich der Krimis zu den letzten Geschichten, eine davon erzählte er, wie auch dem aktuellen Bühnenprogramm, merkte man, dass er sich positiv weiterentwickelt hat, seit damals. Ein unterhaltender Abend, aber nicht so top wie das aktuelle Bühnenprogramm.

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Fredi Hallauer

MICHAEL HATZIUS

Live „Die Echse“ in der La Cappella am 19. Juni 2023

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Der Puppenspieler mit seiner Echse war nicht zum erstenmal in der La Cappella. Diesmal war es das Ziel von Michael Hatzius neue Sachen auszuprobieren mit der Echse. Das Programm begann mit den beiden Schweinen und was die zum besten gaben war sehr gut und pointiert und auch sehr witzig. Nachher kam die bornierte Echse auf die Bühne und da geschah, was die Echse zu Michael Hatzius sagte, Puppenspieler machen oft Programme ohne Konzept. Was folgte, machte dann auch diesen Eindruck. Es gab viel Publikumsbefragungen, bei denen es dem Künstler etwas an Respekt mangelte. Es war alles etwas Kurzware und teils bekannte Witze die hier von der Bühne kamen. Vieles war zu nahe an der Gürtellinie oder darunter. Von den neuen Charakteren, welche er dem Publikum vorstellen wollte, gemäss Ankündigung, war nichts zu sehen. Zu sehen waren die erwähnten Schweine, die Echse und noch ein Huhn, aber von erwähnten Zecken oder Kamel gab es an diesem Abend keine Spur. Der zweite Teil war dann noch schwächer als der erste, einem Teil des Publikums gefiel dieser Humor. Es war eine ziemlich einfache Unterhaltung mit Längen und Mängeln.

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Fredi Hallauer

MATTO KÄMPF

Live: „Zum Geburtstag“ in der La Cappella am 8. Juni 2023

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Matto Kämpf feierte in der La Cappella seinen 53igsten Geburtstag im Rahmen des 25 Jahre La Cappella Programms. Aber beginnen wir am Anfang , des langen und sehr unterhaltenden Abends. Er trat zusammen mit dem Duo Fleischvogu auf, einem Keyboarder und einem Schlagzeuger, welche Musik im Stile vom Trio machten. Matto Kämpf sang und rezitierte skurile Sätze dazu. Nachher begrüsste er das Publikum und sagte, dass er heute über sich erzählen würde und dass ausnahmsweise alles wahr sei. So erzählte er dann humorvoll von Steffisburg, dass Nichts sei und nicht einmal eine Burg habe, aber Heimberg nebendran sei noch viel weniger und die hätten nicht einmal einen Berg. Er erzählte von seinen Grosseltern, Eltern und Geschwister, nicht nur schmeichelnde Episoden, aber immer respektvoll und es waren lustige Geschichten. Dazwischen zeigte er Filme , da er auch Filmemacher ist, natürlich ebenfalls humorvolle. Dann nahmen immer wieder Gäste auf dem Sofa platz und stellten ihm Fragen. Ein Teil der Gäste kannte er schon lange, andere kaum. Die Namen dieser Gäste waren unverständlich angekündigt, den einzigen Gast den ich kannte war Jess Jochimsen. Vor der Pause nochmals Musik und nach der Pause wieder. Dann ging es mit Erzählen weiter und einigen wirklichen Dias aus dem Familienschatz. Er erzählte auch einige seiner Lieblingswitze, welche wirklich lustig waren. Nach einem gemeinsamen Happy Birthday Gesang ging ein wundervoller, witziger, skuriller und intelligenter Spoken Word Abend zu Ende.

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Fredi Hallauer

SI JAMAIS

Live: „SiJamais posthum“ in der La Cappella am 14. Mai 2023

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Das Frauen Musikcomedy Trio zeigte den dritten Teil ihrer Triologie. Es war eine witzige Geschichte über zwei Stunden, welche aber nicht immer ganz wasserdicht war, aber trotzdem eine gute Unterhaltung bot. Ein bisschen zum Nachdenken gab es auch, nämlich zu der Frage was ist Fiktion und was ist real, oder kann man Leben wie man will und Entscheiden wie man will es kommt doch immer aufs gleiche hinaus? Das Theater wurde mit viel Musik und Songs/Lieder angereichert, einerseits Coverversionen, dann Adaptionen und Eigenkompositionen. Die Frauen konnten nicht nur singen, sondern spielten ihre Instrumente hervorragend, als das waren Piano, Klarinetten und Kontrabass. Nicht nur das Ohr kam auf die Rechung, sondern auch die oft wechselnden Kostüme erfreuten das Auge, auch da war viel Witz dabei. Dieses Stück lohnt sich anzusehen, auch wenn man die vorherigen Teile noch nicht gesehen hat, denn es wurde alles immer wieder erklärt, was früher geschah.

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ANIKÓ DONATH

Live: „Ich, die Gurke“ in der La Cappella am 24. April 2023

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Die Komödiantin und Ex-Freundin feierte Geburtstag in der La Cappella und hatte einen Freipass zu machen was sie wollte. So las sie aus ihrem Buch über das Showbusiness und ihren Teil darin, erzählte aus ihrem Leben als Showwoman und sang dazwischen Lieder von Kreisler, Holländer und Mundartlieder aus der eigenen Feder oder dann von Stickelberger und zum Schluss noch den Gigi von Arosa. Sonja Füchslin (ebenfalls Ex-Freundin) begleitete sie am Flügel und dem Akkordeon und spielte auch ein Solostück auf dem Akkordeon. Der Titel des Programms stimmte, Anikó Donath ist eine Gurke und nicht aufs Maul gefallen. Ich glaube mit ihrem Drive und dem frechen Mundwerk macht sie den Berliner Schnauzen harte Konkurrenz. Als Zürcherin versuche sie beim Einkaufen in Bern, Berndeutsch zu sprechen, das töne nach Olten, was besser sei als nach Zürichdeutsch. Sie ging dann diesem Phänomen auch noch in einem Lied nach. Ein bunter und frecher Abend über Meerschweinchen, onanierende Kellerassel, kneifende Prinzessin und rächende Schuhverkäuferin war der eigentlich viel zu kurz war, denn man hätte der Gurke noch gerne länger zugehört.

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Fredi Hallauer

GESCHWISTER PFISTER

Live: „Relaxez-vous“ im Casino Theater Burgdorf am 19. März 2023

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Das Casino Theater Burgdorf war sozusagen ausverkauft und das Publikum voller Erwartungen. Mit viel Schwung trat das Trio auf die Bühne und begrüsste das Publikum mit einem „Hallo Hallo“ Lied. Ein Quartett begleitete das Trio, die Musiker spielten zwar immer irgendwo im Hintergrund im Dunkeln und auch bei Soli traten sie nicht ins Licht. Die Geschwister redeten dann sehr viel über relaxen, über Essen, man wurde wie durch ein Menu geführt, das aber im zweiten Teil dann irgendwo abbrach und irgendwann wurde noch das Dessert erwähnt. Das Gerede war relativ sinnlos, chaotisch und unzusammenhängend, sprunghaft. Der Alkohol wurde immer wieder gelobt und getrunken, ob echt oder vorgetäuscht bleibe dahingestellt, auf alle Fälle entstand der Eindruck nur mit Alkohol kann man relaxen. Dazwischen kamen immer wieder Lieder und Songs, von Oesch’s die Dritten bis zu den Beatles und einigem mehr. Aber die Zwischentexte waren oft weiterhin bedenklich, auch unter die Gürtellinie wurde gezielt und die Sängerin spreizte bewusst beim Singen die Beine und liess sich dazwischenschauen. Prüde bin ich nicht, aber so etwas hat in heutiger Zeit keine Berechtigung mehr auf einer Bühne. Im zweiten Teil wurde deutlich mehr gesungen, aber auf der Bühne echt gekifft, dass es im Saal danach stank und das finde ich eine Belästigung, nebendem, dass in öffentlichen Innenräumen gar nicht mehr geraucht werden darf. Was das sollte weiss ich nicht, wieso einer der Sänger im Pijama und barfuss den zweiten Teil bestritt, keine Ahnung. Das Programm strotzte von Peinlichkeiten und Unzulässigkeiten und war sehr lange. Es gab keine Standing Ovation, trotzdem sagte der moderierende des Trios, ihr könnt jetzt wieder Platz nehmen. Beim Herausgehen hörte ich viele Leute die nicht begeistert waren, auch die Lacher waren selten, es war ja auch nie lustig. Singen können sie, aber das ist alles.

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Fredi Hallauer