ESTHER HASLER

Live: „7 auf einen Streich“ in der La Cappella am 23. Oktober 2024

Bild Kathrin Hallauer

Dies war die Premiere des neuen Programms. Sie spielte viel und vielseitig Klavier, spielte Rollen wie eine Radiomoderatorin, eine Fliege, ein Fisch, einen Professor und verschiedene Frauen, sie erzählte Geschichten, sang Chansons und Lieder und noch viel mehr. In den zwei Stunden, die sie auf der Bühne stand und sass, geschah so viel, man kann es fast nicht erfassen. Sie erzählte, was man alles sagt, was Frauen nicht können oder dürfen, nämlich Flöte spielen, kein Fussball spielen, aber auch keine Jazzmusik machen. Dazwischen spielte sie hervorragend Klavier, egal ob klassisch, Jazz oder einfach Klaviermusik. Mit einer Schosspuppe spielte sie die Moderatorin einer Radiosendung und nahm so die Medien hoch. Immer wieder machte sie Sprachspielereien in den verschiedensten Sprachen, meist ziemlich Nonsens, aber eben gespielt mit der Sprache. Ein guter Satz sei hier zitiert: „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts“. Sie sang Moritate, erzählte von ihren Wohnorten als Kind und wie ihr Name dort klang, so merkte man, dass sie einwandfrei Dialekte imitieren kann, aber auch sonst konnte sie Figuren spielen mit verschiedenen Stimmen und Dialekten. Von den einzelnen Teilen waren die meisten sehr gut gemacht und mit guten Ideen versehen, aber nicht ganz alle. Das Programm hatte keinen für uns ersichtlichen Zusammenhang, und so war es ein Sammelsurium mit Fundstücken und Anderem.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

CIRQUE DU SOLEIL

Live: „Corteo“ Hallenstadion am 17. Oktober 2024

Bild Maja Prgomet

Ein fantastisches Bühnenbild empfing das Publikum. Die Vorfreude und Spannung vibrierten förmlich im Stadion. Dann startete die wunderbare Geschichte zwischen Erde und Himmel, zwischen Fantasie und Wirklichkeit und man konnte sich einfach verzaubern lassen. Die Geschichte kann man nachlesen, es ging um den Tod eines Artisten, der sich seine Beerdigung als karnevalistischen Umzug vorstellte, mit ein paar Stationen aus seinem Leben. Es schwebten immer wieder Schutzengel herum. Die Artistik war atemberaubend, sei es, wenn sie Kronleuchter als Trapez benutzten, oder drei Betten als Trampolin, aber auch mit fünf Reifen wie mit Rhönrädern gleichzeitig auf der Bühne rotierten. Die Wippe war ebenfalls einzigartig. Verzückt haben die Jonglage und die Nummern mit Leitern. Dazwischen gab es immer wieder ruhige und poetische Momente, wie die Fahrt eines kleinen Menschen mit Ballonen über dem Publikum. Etwas schwach war ein Klamauk „Romeo und Julia“ welcher auch nur verhalten Applaus bekam. Der Humor kam nicht zu kurz, egal ob lokalen Witz über die Basler (in Zürich), oder Schuhe, die über die Bühne rannten, ein sprechender Golfball und vieles mehr. Es war eine grossartige Aufführung, mit Höchstleistungen aller Beteiligten, live Musik, verblüffender Technik und einer super Inszenierung. Wer es verpasste, ist selbst schuld.

Bild Maja Prgomet

Fredi und Kathrin Hallauer

DOMINIC DEVILLE

Live: „OFF! Satire aus dem Schlagschatten“

Bild Kathrin Hallauer

Dominic Deville trat auf die Bühne mit den gleichen Geräuschen, Ansagen und Stimmen wie in seiner TV-Sendung. Dann heischte er um Applaus, der ihm etwas zu zögerlich kam. Bis zur Pause, etwa nach einer guten Stunde, glich der Auftritt sehr seinen TV-Auftritten. Er spielte mit Statistik, fragte das Publikum ab, war mal mehr oder weniger geschmacklos, einfach so wie Dominic Deville halt ist. Gewisse Teile waren gut, andere weniger. Man konnte es auch den Publikumsreaktionen anmerken. Positiv war, dass er aktuelle lokalpolitische Geschehnisse wie die verschwundenen Unterschriften einbezog, aber auch den Schuss in Zürich auf das religiöse Bild. Sonst war es ziemlich viel Text. Dann kam die Pause.

Nach der Pause ging es nicht gleich weiter. All die Fernsehthemen des ersten Teils waren vorbei. Als Running Gag kam immer wieder Mona Vetsch vor und die Schafe, welche wegen der Klimaerwärmung geschrumpft sind. Diese Witze waren hervorragend platziert. Im zweiten Teil erzählte er von den kleinen Häuschen, welche die Deutschschweizer im Tessin haben, auch seine Eltern. Die Deutschschweizer mögen das Tessin ursprünglich, also ohne Tessiner, blödelte er. Er zeigte Bilder der Hunde, welche seine Eltern hatten, darunter eine Katze, welche ein Hund sein wollte. Er fragte das Publikum, ob das ok sei und es antwortete mit Ja. Dann schlug er zu, mit der Bemerkung, das findet ihr ok, aber wenn ein Mensch einen grossen Wettbewerb gewinnt und sagt, er sei binär, dann jault ihr auf. So mag man Dominic Deville, offen und direkt. Er erwähnte dann auch, dass es ein Problem ist, dass Schweizer Eltern länger leben, wegen dem Erben, denn wir Schweizer:innen sind alles „Batzifisten“. Dann bildete er mit dem Publikum einen Sirenenchor. Das Publikum wurde in drei Sektionen eingeteilt und jede Sektion musste einen anderen Sirenenton machen. Er lobte das Publikum und sagte, die Menschen in der Schweiz sind bereit und machen jeden Mist mit. Dann mimte er den Rammsteinsänger und kommentierte, man wisse nicht, ob er einen Schlaganfall hatte oder noch singe. Ganz zum Schluss verabschiedete er sich mit:“Danke, mein Name ist Dominic Deville, wenn es ihnen gefallen hat, wenn nicht, dann heisse ich Stefan Büsser.“ Ein unterhaltender, bissiger Abend, hauptsächlich der zweite Teil.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

GERHARD TSCHAN

Live: „ÜberLandSicht“ in der La Cappella am 10. September 2024

Bild Kathrin Hallauer

Gerhard Tschan beginnt als Pfarrer und legt Stellen aus dem alten Plebejer aus. Das ist eine Szene, welche immer wieder gespielt wird und der Pfarrer verdreht Sprichworte und Sätze, zu neuen klugen Sätzen wie: „Der Mensch geht zum Brunnen bis er bricht“; „Auf das der Traum euch wecket“; „Die Wahlen brachten unendliche Qualen ins Land“ oder „Und die Gewählten werden die Gequälten sein“. Gerhard Tschan ging immer wieder über Land und entdeckte Verschiedenes. Es hat keinen Platz mehr, überall werden Einfamilienhäuser gebaut. Das gab dann wieder Erzählungen und Szenen. Wahlplakate stehen überall, auch das führte zu Szenen. Flüchtlinge und Zuhause sein wurde thematisiert und noch viel mehr. Neben dem Pfarrer kam der Organist öfter vor, oder der Bauer in seinem Heimetli. Andere Figuren hatten einzeln Auftritte wie der Politiker, der Banker oder der einsame Dorfbewohner in der Beiz. Alle Rollen wurden liebevoll und mit Augenzwinkern gespielt, es war nie grob oder verletzend. Er sang auch viele Lieder zum Akkordeon, manchmal spielte er Akkordeon und Mundharmonika gleichzeitig, oder sogar Akkordeon und Trompete. Ein Höhepunkt von Musik und Theater war, als er mit dem Akkordeon einen stilisierten Tango tanzte und eine Geschichte dazu erzählte. Dieses Programm von Gerhard Tschan ist lustig, man kann wirklich lachen und zugleich ist es tiefsinnig, politisch und auch wieder mit höherem Blödsinn verziert. Gerhard Tschan gehört mit diesem Programm zur obersten Liga im Schweizer Musikkabarett. Nicht verpassen.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

WELTTHEATER EINSIEDELN

Klosterplatz Einsiedeln am 3. Juli 2024

Die Kinder und die 6 Rollen Bild Ali Haider

Es war wieder so weit, in Einsiedeln führten sie das Welttheater auf. (Es wird noch den ganzen Sommer bis 7. September 2024 aufgeführt). Geschrieben hat das Theater Lukas Bärfuss. Da schon das erste Lob. Angelehnt an das Original, nahm er die Figuren und setzte sie in die heutige Zeit. Die Welt veränderte sich in den vergangenen elf Jahren, seit das letzte Welttheater gespielt wurde. Darum nahm, im Spiel die Figur Welt, nicht nur die alten Player mit, sondern auch Klimaerwärmung, tektonische Platten und die Pandemie. Am Anfang kamen der Bauer, der Arme, der König, der Reiche, die Schöne und die Vernunft auf die Bühne und niemand wollte spielen. Die Vernunft sagte, dass sie gestorben sei, heute regiere Krieg, Chaos und Wahnsinn die Welt. Nur zwei zukünftige Kinder, ein Mädchen und ein Knabe, wollten spielen.

Weltenwirbel Bild Ali Haider

Sie übernahmen alle Rollen, wurden älter, bis sie eine Greisin war. Sie tötete als junge Königin ihren Freund, beim Kampf um die Macht. Die Geschichte und die Aussagen sind sehr klar und deutlich, ohne moralischen Zeigefinger. Es wurde auch nicht ein Stück, das depressiv machte, sondern zum Denken anregte und auch Witz, ja Spott, oder Schönheit, Schreckmomente und viele emotionale Elemente dabei hatte. Das Stück zeigte, dass das Mädchen, gleich in welchem Alter, nur das Gute wollte, immer aber trotzdem in die Rolle geriet, wie mächtige Königin, vermögende Frau.

Die junge Königin und ihr Staat Bild Ali Haider

Am Schluss wollten die Kinder es nochmals versuchen, es besser zu machen. Gesprochen wurde Mundart, und zwar jede Person in der Mundart, welche er/sie im Alltag spricht. Die Spielfreude des Spielvolks und die Leistung aller war grossartig und sensationell. Es regnete, das Publikum hatte gedeckte Tribünen und das Spielvolk spielte, als ob nichts wäre. Dazu kam die Musik, von Blasmusik, zu klassisch, herrlich dreckigem Gitarrensound, Chorgesänge bis Rap war alles vertreten.

Das Orchester Bild Ali Haider

Das Meiste live. Einzelszenen wechselten sich mit Grossgruppenszenen. Technisch war es hochstehend, auch der tolle Nebel. Im sehr katholischen Einsiedeln bekam auch die katholische Kirche etwas ab. Als bei den Armen Frauen ihre Kinder als Dirnen anboten und dem Pfarrer ein Angebot machte, sagte der, er bekomme es gratis. Tauben flogen aus einem Grab, der Mond stieg auf und viele schöne Bilder entstanden. Es bleibt nur zu sagen, das war grossartiges Welttheater. Ein ganz grosses Lob an alle Beteiligten. Darum ein Tipp an die Leserschaft, nicht verpassen.

Bild Ali Haider

Fredi Hallauer

MATTO KÄMPF

Live: „Posthum war ich besser“ in der La Cappella am 7. Juni 2024

Bild Kathrin Hallauer

Er trat mit einer Art Indio Poncho und einer Langhaarperücke auf die Bühne und führte einen seltsamen Tanz auf. Das ist natürlich wirklich Matto Kämpf. Dann erzählter er die ersten Jahre seines Lebens und über seine Herkunftsfamilie. Dieses Mal war es im Schnelldurchlauf bis zur Sekundarschule, da er diesen Teil schon einmal ausführlicher erzählte. Es folgte dann die Zeit im Gymnasium oder eben Feusi und die Sturm und Drangzeit bis 30-jährig. Er machte die Matura, studierte aber nie wirklich, schaffte es hingegen trotzdem immer wieder als Lehrer zu arbeiten, da offenbar schon dazumal Lehrermangel war. Schon früh gründete er eine Theatergruppe, machte Kurzfilme und allerhand schräge Aufführungen in Anti Performing Theatern. Er spielte in der Band Turmbau und spielte ein paar Kostproben ab. Zwischen dem Erzählen zeigte er immer wieder Dias, Powerpoints und Filme. Es war sehr amüsant, teils Nonsens und der ganze Abend hatte Tiefgang mit viel Humor. Er verteilte Seitenhiebe auf viele Seiten, politische, Bildungspolitische, Kulturpolitische und war auch sehr selbstkritisch. Gelungen ist ihm wenig von seinen grossen Plänen. Er wollte den Kapitalismus abschaffen, gründete die Juso Thun (gibt es nicht mehr), wollte die Schweizer Armee abschaffen und dann gleich alle Armeen. Dieser Abend war zum Lachen und Schmunzeln und sich auch manchmal zu wundern, in was für einer Zeit und Gesellschaft wir lebten. Matto Kämpf führte uns das hervorragend und unterhaltend vor Augen. Der Abend endete mit dem Satz: „Und dann wurde ich 30“. Nein, als Zugabe erzählte er noch einen herzigen Witz.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

ALEX PORTER

Live: „Imagine“ in der La Cappella am 2. Mai 2024

Bild Kathrin Hallauer

Bei Alex Porter, dem Zauberer und Illusionist, muss man sich nichts vorstellen, man kann sich einfach von ihm und seinen verblüffenden Tricks, Illusionen und Spielereien verzaubern lassen. Seine Einrichtung, einen schwarzen Tisch mit glänzender Oberfläche und die Oberfläche wird gefilmt und auf eine Leinwand übertragen. Da startete er mit einem Fingertanz, welche Metalldeckeli herumschoben, die Deckeli verschoben sich unter den Händen von selbst und verschwanden auch wieder so. Alex Porter ist aber ein ebensolcher Geschichtenerzähler, obwohl nicht immer klar war, was die Geschichte mit dem Programm zu tun hatte. Oft liess er Musik laufen und sang dazu, manchmal waren es auch Instrumente, die er mit dem Mund nachahmte und dazu Kartentricks zeigte. Im ersten Teil war das verblüffendste, als er von einer Dame aus dem Publikum einen Ring verlangte, es war ein Erbstück mit zwei Rubinen, er warf den Ring durch sein eigenes Loch, also ins Nichts, dann liess er eine Baumnuss verschwinden, ein Ei und nahm eine Zitrone. Die Zitrone schnitt er auf, entnahm dort das Ei, aus dem Ei die Baumnuss und die knackte er und dort war der Ring wieder. Sich einfach verblüffen lassen. So führte er ruhig und liebevoll durch den Abend, mit Kartentricks, mit und ohne Publikum auf der Bühne. Im zweiten Teil startete er mit einer Shisha Flöte, auf welcher er zuerst Musik machte und nach einer Zeit qualmte es so richtig zur Musik aus der Flöte. Der schwebende Tisch war eine weitere Verblüffung. Wie zuvor erwähnt, einfach nach hinten lehnen und sich verzaubern lassen.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

LES TROIS SUISSES

Live: „Beiz“ in der La Cappella am 25. April 2024

Bild Kathrin Hallauer

Die zwei von Les Trois Suisses feierten die Premiere mit ihrem neuen Programm „Beiz“. Wie zu erwarten, ging es um Gastronomie, Essen, Kochen, Stammgäste und das ganze natürlich auch häufig mit Musik umgesetzt. Die erste Hälfte sprudelte von Ideen und vielen witzigen Pointen, auch gelegentlich mit gesellschaftskritischen Seitenhieben. So erklärten sie, dass eine weltweite Umfrage mit der Frage: „Bitte nennen Sie uns Ihre Meinung zum Nahrungsmangel im Rest der Welt“, ein Flop wurde. Die Deutschen verstanden das Wort „Bitte“ nicht, Afrika hatte mit dem Wort „Nahrungsmangel“ mühe, die Russen wussten nicht, was Meinung bedeutet und die Amerikaner konnten sich nichts unter dem Rest der Welt vorstellen. Aber auch diese Aussage sass, Katholiken gehen beichten und die Reformierten schliessen Versicherungen ab. So wurden die Eagles Hotelbesitzer vom Adler und zweit Besitzer vom Hotel California, was natürlich gespielt und gesungen wurde. Ebenfalls in Songs wurde Get Back zu Gebäck, oder Stir It Up zu Stier isch ab. Alle diese Sachen und noch mehr, die sassen und man konnte lachen. Dazwischen kamen dann ein paar sehr alte Witze und sie spielten Sketche aus dem Restaurant, welche eher an einen Pfadfinder Unterhaltungsabend gehörten.

Bild Kathrin Hallauer

Der zweite Teil nach der Pause war dann eine Wiederholung des ersten Teils, wieder diese Sketche, alte Witze und noch ein paar Songs mehr, welche gut waren. Lustig war dort auch die Nummer über Unwohl fühlen an Konzerten, wegen kultureller Aneignung, Gender und anderen Problemen.

Bild Kathrin Hallauer

Das Programm war in der ersten Hälfte ausgezeichnet, in der zweiten Hälfte etwas ermüdend. Aber es war die Premiere, vielleicht kommt es ja noch besser.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

URSUS WEHRLI

Live: „Heute habe ich beinahe was erlebt“ in der La Cappella am 2. April 2024

Bild Kathrin Hallauer

Dies war zugleich die Berner Premiere und die Berner Derniere, wie es Ursus Wehrli zu Beginn selber sagte. Es war eine Lesung aus seinem Büchlein mit dem Programmtitel. Darum herum erzählte er mögliche Geschichten aus dem Leben, machte Pantomimen, Schlagzeuger zu Popmusik, zeigte Bilder aus dem Büchlein, „Dinge, die man nicht braucht“ jonglierte oder räumte das Gedicht „Vom Mond“ von Johann Wolfgang von Goethe auf. Das zentrale Programm hatte viele gute Pointen, aber auch Längen, es war rein von der Aufnahmefähigkeit, zu viel Text und das ohne Pause. Die Lacher wurden immer weniger. Bei einem 90-minütigen Programm hätte eine Pause gutgetan. Ursus Wehrli hatte viele tolle Ideen und seine Tagebucheinträge lauteten zum Beispiel so: „Heute hat mich die Muse geküsst, dabei kenne ich sie gar nicht“, oder „Nach dem Frühstück beschloss ich zu fasten, nach zwei Stunden brach ich das Fasten ab, da ich Hunger bekam“, auch „Heute spielte ich verstecken, es fand mich niemand“. Sehr lustig war auch die Geschichte, wie er seine CDs einordnet, z.B. in die Kategorie „Tote Kleidungsstücke“ dort findet man die Toten Hosen, oder „Essen“ dort findet man Cake, Meat Loaf oder Sophie Hunger, lustig ist auch „Krankheiten“ da gibt es Withney H(o)usten, Madness, Stress und die Ärzte. Nach der Vorstellung sagte vor der Tür eine Frau zu einer andern, „gewisse Pointen waren sehr cool, aber sonst na ja“.

Bild Kathrin Hallauer

Fredi Hallauer

SALON MORPHEUS

Live: Premiere „La petite mort“ in der La Cappella am 7. März 2024

Bild Kathrin Hallauer

Die sinnliche Varieté- Theater Show Salon Morpheus ist mit neuem Programm unterwegs. An diesem Abend feierten sie ihre Premiere in der La Cappella. Der Regisseur und Impresario Teka (Thomas Kaufmann), war nur kurz auf der Bühne zu sehen. Ansonsten führte Mona Gamie, die Conferancière und Drag Queen durch das Programm, sagte das Wesentlichste und sang einige Lieder, meist Cover aber teils ins Schweizerdeutsche adaptiert.

Bild Kathrin Hallauer

So begann dann auch die Show. Es ging um den kleinen Tod, oder den Höhepunkt,  der Ekstase, oder den Orgasmus. Das wurde immer wieder mehr oder weniger direkt und oft auch zweideutig angesprochen. Der Pianist Monsieur Simon, wurde vorgestellt als Mann mit geschickten Fingern, mit denen er auch Klavier spielen kann. Um erotisch einzuheizen trat dreimal die Burleque Tänzerin Minouche von Marabou auf.

Bild Kathrin Hallauer

Ihre Show war gut, aber etwa jedesmal sehr ähnlich. Dazwischen gab der Sidekick Lucid Allan selbstironische und spitze Bemerkungen zum Besten. Der Akrobat Patrick McMaster zeigte seine Kunst, wobei auch er sich im ersten und zweiten Teil wiederholte.

Bild Kathrin Hallauer

Im ersten Teil war die Clownin Isabelle La Belle sehr lustig. Sie zog sich einen Meerjungfrauen Schwanz auf der Bühne an und machte allerhand Situationskomik damit. Im zweiten Teil überzeugte sie nicht mehr.

Bild Kathrin Hallauer

Vor der Pause erklärte Mona Gamie klar, dass sie keinen Mann mehr will, denn auf den kleinen Tod folgt der grosse Tod. Nach der Pause wollte sie doch einen kleinen Tod und erklärte, dass man kleine Grundsätze über Bord werfen darf, wie Lift nehmen statt Treppe, etwas Süsses essen, wieder rauchen oder eben Sex haben. Den grossen Prinzipien muss man treu bleiben, nämlich den Vormarsch der Rechtspopulisten in Europa stoppen. Die Töne AFD tönen auf dem Klavier schrecklich und die Töne SVP existieren zum Glück auf dem Klavier nicht. Das war ein sehr starkes Statement. Ansonsten war der zweite Teil etwas langfädiger, ja sogar langweiliger und vor allem fanden sie den Schluss fast nicht. Tolle Unterhaltung, schön schräg, aber etwas lange.

Fredi Hallauer