KRABAT vom KONZERT THEATER BERN

Aufführung im Stadttheater Bern am 15. Dezember 2017

Foto: © Philipp Zinniker

Bereits bevor die Türen zum Theatersaal geöffnet wurden, zogen die Müllerburschen (Kummerbuben) mit ihren Instrumenten und die tanzenden Dorfmädchen durchs Foyer. Es wurde aber dann Zeit die Plätze im Saal einzunehmen. Das Stadttheater war vollbesetzt mit Schulklassen zwischen 3. Klasse und Mittelschulen. Das Stück begann und es faszinierte von der ersten Sekunde an. Das Bühnenbild war ästethisch und beeindruckend, sei es die Ebene, der Wald oder die Mühle. Krabat ist die Geschichte von Otfried Preusler (Räuber Hotzenplotz; Die kleine Hexe) und handelt von einer Mühle wo auch schwarze Magie gelehrt wird und jedes Jahr einer der Müllersburschen sterben muss. Die Spannung war da, wie diese Geschichte umgesetzt wird und nicht zu unheimlich für Kinder ab 8jährig sein darf. Es gelang aber sehr gut. Die Musik, live gespielt von den Kummerbuben auf der Bühne, lockerte das gruselige etwas, erzeugte aber Spannung, auch sonst waren immer wieder kleine Lacher eingebaut. Trotzdem wurde es im ersten Teil immer tragischer, aber immer in sehr poetischen Bildern. Gesprochen wurde Deutsch, aber das Dorfmädchen sprach Mundart, gesungen wurde auch Mundart, ausser dem Mädchenchor. Nach einer Stunde war Pause und die Spannung war da, wie Krabat da wieder herauskommt. In der Pause sprach ich mit verschiedenen Kindern, wie sie das Stück finden. Schüler einer 3. Klasse fanden (sie waren 9jährig) also für 8 jährige wäre es sicher zu gruselig, sie selber fanden das Stück gut, waren auch von der Lehrperson entsprechend vorbereitet worden. 4. Klässler fanden es gut, kannten aber die Geschichte nicht. Verblüfft hat mich eine 8. Klasse, welche das Buch gelesen hatten, den Film geschaut und bereits eine Probe über das Stück geschrieben hatten, sie fanden Unterschiede, und die zum Teil leicht irritierend.

Es ging weiter. Fast noch grossartiger als vor der Pause. Sehr genial war das Dorffest mit Rollschuhdisco. Die Geschichte soll ja da nicht erzählt werden, aber es kam alles gut. Am Schluss half das Publikum bei Rufen mit und einige tanzten sogar zur berndeutschen Version von Gangnam Style. Wer dieses Stück nicht gesehen hat, hat wirklich etwas verpasst. Es ist eine grossartige Leistung von den SchauspielerInnen, der Choreographie, den Kummerbuben die sich genial integrierten, der Bühne, dem Licht und natürlich der Inszenierung. Krabat ist ein Glanzstück von Konzert Theater Bern.

Die Musik der Kummerbuben ist hier besprochen: Album Krabat https://musikch.com/2017/12/06/kummerbuben/

Foto: © Philipp Zinniker
Foto: © Philipp Zinniker

Fredi Hallauer

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